Mit dem Kindertransport aus Nazideutschland: Marion Charles

  • Montag, 21. Juli 2014, 10:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 21. Juli 2014, 10:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 21. Juli 2014, 22:06 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Reflexe-Sommerserie Umbrüche: Nach der Kristallnacht vom 9. November 1938 lockerte die britische Regierung die Einreisebestimmungen für jüdische Kinder. 10'000 Kinder konnten nach Grossbritannien einreisen und dem Holocaust entkommen. Unter ihnen: Marion Charles.

Marion Charles wurde 1927 als Marion Czarlinski in Berlin geboren. Mit einem Kindertransport floh sie 1939 nach England.
Bildlegende: Marion Charles wurde 1927 als Marion Czarlinski in Berlin geboren. Mit einem Kindertransport floh sie 1939 nach England. KIM ZIEBART/RANDOM HOUSE

Die Reichspogromnacht, auch Kristallnacht genannt, vom 9. November 1938 markiert den Anfangspunkt der systematischen Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Nazideutschland. Das Ausland begriff zum ersten Mal, was unter dem NS-Regime tatsächlich vor sich ging. Die britische Regierung lockerte deswegen die Einreisebestimmungen für jüdische Kinder. 10‘000 Kinder konnten in der Folge bis zum Kriegsbeginn am 1. September 1939 aus dem Deutschen Reich und aus vom NS-Regime bedrohten Ländern nach Grossbritannien einreisen. Mit den legendären Kindertransporten entkamen sie dem Holocaust.

Eines dieser Kinder war die Berlinerin Marion Charles, damals elf Jahre alt. Ihre Lebensgeschichte hat sie als Buch veröffentlicht: «Ich war ein Glückskind. Mein Weg aus Nazideutschland mit dem Kindertransport», erschienen beim Jugendbuchverlag CBJ. Noëmi Gradwohl hat anlässlich des 75. Jahrestages der Kristallnacht im vergangenen November die damals 86-Jährige in London besucht und mit der Zeitzeugin über ihre Erfahrungen in Nazideutschland und England gesprochen.

Wiederholung Reflexe vom 8.11.2013

Autor/in: Noëmi Gradwohl