Schämen wir uns heute weniger als früher?

  • Dienstag, 3. Juni 2014, 10:03 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 3. Juni 2014, 10:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 3. Juni 2014, 22:06 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Schamgefühle haben mit der jeweiligen Kultur, der Religion und dem Zeitalter zu tun, in dem Menschen leben. Vieles, was uns heute peinlich berührt, bot in früheren Zeiten Anlass zur Scham.

Frau bedeckt ihren Körper mit den Armen.
Bildlegende: Die Skulptur «Eva nach dem Sündenfall» von Rodin bedeckt ihre Brüste: Sie schämt sich für ihren Körper. Wikimedia

In der westlichen Welt wird uns viel Leistungsbereitschaft und Disziplinierung abverlangt. Wir dürfen zwar unsere Körper entblössen, aber dafür sollten sie durchtrainiert und makellos sein. Wir werden medial von intimen Bekenntnissen überschwemmt, sollten aber umgekehrt Gefühle der Angst verbergen, da sie uns beschämen würden. 

Einst, so schreibt Ulrich Greiner in seinem Buch «Schamverlust», gab es klare Kriterien, weshalb man sich zu schämen hatte. Die gibt es in dieser Deutlichkeit heute nicht mehr. Dafür bewegen wir uns auf dem Minenfeld unwägbarer Peinlichkeitsrisiken, die durchaus beschämend sein können.

Womit das zu tun hat, dazu fragt Angelika Schett den ehemalige Feuilletonchef der ZEIT Ulrich Greiner.

Autor/in: Angelika Schett