Staatliche Milliarden für Schweizer Finanzplatz

Bundesrat, Banken-Kommission und Nationalbank beteiligen sich mit 6 Milliarden Franken an der UBS. Die Credit Suisse hingegen erhöht ihr Kapital aus eigener Kraft.

Der Bundesrat will Sparguthaben auf Schweizer Konten besser schützen und künftigen Bänker-Boni und Abgangsentschädigungen mitreden.

Die europäischen Börsen rutschen weiter ins Minus.

Beiträge

  • Härtere Zeiten für UBS-Manager.

    Milliardenhilfe für die UBS

    Auch in der Schweiz greift der Staat nun mit einem milliardenschweren Rettungspaket in das Finanzsystem ein. Gestützt wird vor allem die UBS.

    Um die Eigenmittel zu stärken, erhält die angeschlagene Grossbank mehr als sechs Milliarden Franken vom Bund. Unterstützung kommt zudem von der Schweizerischen Nationalbank, die die UBS, die die Auslagerung fauler Wertpapiere im Wert von rund 60 Milliarden Franken absichert.

    Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sagte bei der Vorstellung des Rettungspakets im Bundeshaus, dies werde das Vertrauen in den Finanzplatz Schweiz nachhaltig stärken. Angesichts der «Wucht, mit der die Finanzkrise in Europa durchschlägt», seien vertrauensbildende Maßnahmen nötig gewesen, sagte die Stellvertreterin des erkrankten Finanzministers Hans-Rudolf Merz.

  • Peter Kurer, UBS-Verwaltungsratspräsident.

    Kurer: «Hilfe des Staates ist richtig»

    UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer hat das Eingreifen des Staates begrüsst. Er wolle allerdings nicht von einer Rettungsaktion sprechen. «Diese Massnahmen sind notwendig, um die langfristige Stabilität des Finanzmarktes zu gewährleisten», sagte er im Gespräch mit Schweizer Radio DRS.

    Kurer sprach von der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten. Dennoch hielt er an der Gewinnprognose für das kommende Jahr fest. «Mehr denn je», sagte er. Nun seien die Risikopositionen ja aus der Bilanz.

    Urs Siegrist

  • Walter B. Kielholz, CS-Verwaltungsratspräsident.

    Kielholz: «CS wird nicht von Scheichs übernommen»

    Auch die Credit Suisse (CS) hat vom Bund die Auflage bekommen, ihre Eigenkapitaldecke zu verstärken. Die zweite Schweizer Grossbank braucht dafür keine staatliche Unterstützung. Sie bekommt Geld von privaten Investoren vor allem aus Katar.

    Insgesamt kann die CS ihre Bilanz so mit zehn Milliarden Franken stärken. Das meiste Geld kommt von der Qatar Investment Authority. CS-Verwaltungsratspräsident Walter B. Kielholz sprach im Interview mit Schweizer Radio DRS von einer rein finanziellen Beteiligung. Die Investoren gewännen keinen strategischen Einfluss.

    Für das dritte Quartal 2008 musste die CS einen Verlust von 1,3 Milliarden Franken in Aussicht stellen. Die Bank machte dafür neben den widrigen Handelsbedingungen auch Wertminderungen bei Übernahmefinanzierungen und strukturierten Produkten verantwortlich.

    Urs Siegrist

  • SP und Grüne fordern Sondersession

    Das Eingreifen von Bundesrat und Nationalbank ist bei den Parteien in Bern grundsätzlich auf Zustimmung gestossen - allerdings gibt es auch Forderungen nach Auflagen.

    SP und Grüne verlangen für die kommende Woche eine Sondersession. Ein so gewichtiges Massnahmepaket dürfe unter keinen Umständen am Parlament vorbeigeschleust werden.

    Grundsätzliche Zustimmung kam auch von der FDP. Allerdings fordert sie eine stärkere Verantwortung der Banker. So sollten Boni-Zahlungen überprüft werden.

    Auch die SVP stimmte dem Hilfspaket des Bundes grundsätzlich zu. Die Stärkung des Finanzplatzes sei unumgänglich, auch wenn Staatseingriffe in den Markt grundsätzlich abzulehnen seien.

    Pascal Krauthammer

  • «Die CS ist klar besser dran als die UBS»

    Die UBS erhält Geld vom Staat, die Credit Suisse von arabischen Investoren. Wessen Lage ist komfortabler? Sind die Banken nun aus dem Gröbsten heraus? Und wie gross ist das Risiko von Bundesrat und Nationalbank?

    Einschätzungen von Wirtschaftsredaktor Markus Mugglin

    Daniel Schmidt