UBS übergibt Kundendaten an US-Steuerbehörden

Die Schweiz weicht das Bankgeheimnis auf. Die UBS liefert Kundendaten mutmasslicher Steuerbetrüger an die USA - im Prinzip gegen geltendes Recht.

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Nestlé trotz der Krise und verbucht einen Rekordgewinn.

Beiträge

  • UBS bezahlt Busse und händigt Kundendaten aus

    Die Grossbank UBS bezahlt 780 Millionen Dollar (913 Millionen Franken) an die US-Justiz, um den Steuerstreit zu beenden. Gemäss der Einigung ist die UBS auch bereit, den US-Behörden Kundendaten von rund 250 der betroffenen Kunden auszuhändigen.

    Die Bank räumt in der Einigung mit der US-Justiz ein, «US-Steuerzahlern dabei geholfen hat, Bankkonten vor dem Fiskus zu verstecken.» Im Gegenzug sehen die US-Behörden in den kommenden 18 Monaten davon ab, gegen die UBS strafrechtlich vorzugehen.

    Sabine Manz

  • Das Bankgeheimnis schützt keine Steuerbetrüger

    Die US-Justiz und die UBS haben ihren Rechtsstreit vorläufig beigelegt.

    Aber zu welchem Preis? Zwar schmerzen die gut 900 Millionen Franken, die zu bezahlen sind, aber richtig weh tut die Tatsache, dass die Schweizer Bank Daten von Kunden preiszugeben hat, die in den USA von der Steuerbehörde verdächtigt werden.

    Der Schweizer Finanzplatz ist nicht mehr derselbe wie noch vor 24 Stunden.

    Daniel Schmidt / Rainer Borer

  • Die USA demonstrieren ihre Übermacht

    Der Bundesrat hat in einem ausserordentlichen Verfahren verfügt, dass die UBS Bankkundendaten an die USA herausrücken muss, ohne dass die Kunden gegen diesen Entscheid rekurrieren können.

    Da stellt sich die Frage, was dies für den Schweizer Rechtsstaat und den Finanzplatz bedeutet.

    Priscilla Imboden

  • Schweizer Politiker sind empört

    Das Abkommen der UBS mit den USA wirft gewichtige Fragen auf. Und entsprechend laut sind die Töne der Politikerinnen und Politiker. Sie drücken Schock, Wut und Empörung aus.

    Alexander Sautter

  • Befriedigung in den USA

    In der Schweiz herrscht grösstenteils Empörung über die Machtdemonstration der USA im Steuerstreit mit der UBS. Auf der anderen Seite des Atlantiks dagegen tönt es ganz anders: Dort ist man zufrieden damit, Steuerhinterziehern das Handwerk gelegt zu haben.

    Max Akermann

  • Problematischer Eingriff in den Rechtsstaat

    Die Schweizer Regierung hat Erklärungsbedarf: Einerseits, was die Aufhebung des Bankgeheimnisses in den 250 Fällen angeht, andererseits, was das Rechtshilfe-Verfahren angeht, das in der Sache im Gang war und nun praktisch «gekappt» wird. Und dies, obschon eigentlich immer noch die Unschuldsvermutung gelten müsste.

    Bundesrat und Verwaltung hätten zu spät reagiert und das Amtshilfe-Gesuch der USA zu lange nicht behandelt, sagt Wirtschaftsredaktor Rainer Borer.

    Daniel Schmidt / Rainer Borer

  • EU schaut nun gespannt aufs Bankgeheimnis

    Nicht nur in den USA wird nun das Schweizer Bankgeheimnis ins Visier genommen - auch in der EU gibt es seit längerem solche Kräfte. Entsprechend wird die aktuelle Entwicklung mit grossem Interesse verfolgt.

    Thomas Oberer

  • Rekordergebnis für Nestlé

    Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat den Reingewinn im vergangenen Jahr kräftig gesteigert. Der Überschuss kletterte um 69,4 Prozent auf 18 Milliarden Franken.

    Dies sei dem Teilverkauf des Augenpflegemittel-Herstellers Alcon an Novartis zu verdanken, teilte Nestlé mit. Der Umsatz kletterte um 2,2 Prozent auf 109,9 Milliarden Franken.

    Philippe Erath

Moderation: Daniel Schmidt, Redaktion: Mark Livingston