Ein Tamile kocht sich nach oben

Ganz unten hat der Tamile Kumar Satkunam einst als Flüchtling im Gastgewerbe angefangen. Heute ist er sein eigener Chef und zeigt lernhungrigen Schweizern, wie gesundes Essen geht.

Anfang der 80er Jahre kam Kumar Satkunam als einer der ersten Tamilen-Flüchtlinge in die Schweiz. Mit nichts mehr als ein bisschen Bargeld in der Tasche landete er als knapp 20-Jähriger via Deutschland in der Schweiz. «Es war ein Schock, ich hatte keinen Plan, was ich hier soll.» Als Blechputzer in einer Bäckerei fand er seinen ersten Job in Bern. Dann folgten Jahre des Geldverdienens im Gastgewerbe und er heiratete Hema. Mit ihr, die ebenfalls geflüchtet war aus der Heimat vor dem Krieg, gründete er eine Familie. Beinahe verloren habe er sich in dieser Zeit.

Doch dann kam der Wendepunkt. Er besann sich zurück auf seine Wurzeln und begann wieder zu essen und zu kochen wie einst in Sri Lanka: ayurvedisch. Kumar Satkunam bildete sich zum Therapeuten aus, gründete in Bern ein Geschäft mit Massagepraxis und ayurvedisch-vegetarischem Restaurant und traf damit den Nerv der Zeit. «Hört auf, ständig zum Arzt zu rennen», so eine seiner simplen Botschaften, «die Nahrung ist unser Medikament!»

Was viele Tamilen der ersten Generation in der Schweiz nicht geschafft haben, ist ihm gelungen: Der Aufstieg in der Gesellschaft. Kathrin Winzenried hat dem umtriebigen Unternehmer in den Kochtopf geschaut, um das Geheimnis seines Erfolgs zu ergründen.

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