Letzter Halt Nordkorea

  • Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:40 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:40 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 9. Oktober 2017, 4:05 Uhr, SRF 1
    • Donnerstag, 12. Oktober 2017, 8:30 Uhr, SRF info
    • Donnerstag, 12. Oktober 2017, 9:30 Uhr, SRF info

Thomas Fisler lebt in Nordkorea. Seit vier Jahren leitet er das Büro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) in Pjöngjang. Jetzt wird der Diplomat pensioniert. Ein Leben im Ruhestand in der Schweiz kann er sich aber nicht vorstellen.

«Warum glauben die, dass wir das glauben?», fragt Thomas Fisler und schüttelt den Kopf. Nach vier Jahren in Nordkorea gerät er immer häufiger ins Grübeln. Er werde das Land nie verstehen, sagt der gelernte Maurer, der sein Leben lang durch die entlegensten Winkel der Erde gezogen ist. Als Diplomat ist er es gewohnt, den pompösen Schau-Veranstaltungen des nordkoreanischen Regimes beizuwohnen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Doch eines hat er nie aufgegeben: «Man muss immer wieder Fragen stellen», sagt er. Doch auf viele Fragen bekam er in den vier Jahren nie eine schlüssige Antwort.

Beklagen will sich Thomas Fisler nicht über sein Leben in der abgeschotteten Diktatur der Kim-Familie. Hinter den Mauern des diplomatischen Bezirks lässt sich auch in Nordkorea gut leben, mit harter Währung in den Taschen sowieso. Denn trotz Wirtschaftssanktionen sind die Regale der Einkaufsläden von Pjöngjang erstaunlich voll. Manchmal fehle zwar das eine oder andere Produkt für ein paar Wochen. Man müsse eben immer flexibel bleiben, sagt auch seine Frau Hilda. Frisches Gemüse pflanzt die gebürtige Kamerunerin selber an in ihrem Gewächshaus im Garten. Es ist ein guter Zeitvertreib, denn viel zu tun gibt es nicht in der Freizeit in Pjöngjang.

Reporter Pascal Nufer hat Thomas Fisler in Pjöngjang, der letzten Station seiner Karriere bei der DEZA, besucht. Nach Ländern wie Nepal, Pakistan oder Myanmar war Nordkorea sozusagen die Krönung seiner Laufbahn. Doch eines sei klar für ihn: «Irgendwann wird auch dieses Land nicht mehr so sein, wie heute», sagt er.

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