«Abend am Vierwaldstättersee»

Kasimir «Kasi» Geiser ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Volksmusikanten. Als Interpret taucht er in der Musiksammlung von Fritz Dür nicht auf, dafür verdanken wir ihm als Komponisten die eine oder andere Archivperle.

Der Schaufelraddampfer hinterlässt während seiner Fahrt schäumende Wellen.
Bildlegende: Der Schaufelraddampfer Schiller auf dem Vierwaldstättersee. Wikimedia/Diriye Amey

Kasi Geisser gehört zu den ersten Klarinetten-Helden, an die man sich bis heute erinnert. Mit Jahrgang 1899 war er nur wenige Jahre älter als seine Nachfolger Hermann Lott, Heiri Meier, Kaspar Muther oder Jost Ribary.

Radioaufnahmen, Interviews, Farbfotos oder Filmsequenze zu Kasi Geisser sucht man vergeblich, dafür ist der Ländlerkönig zu früh gestorben, 1943 im Alter von erst 44 Jahren. Trotzdem ist er als Komponist bis heute im Repertoire vieler Formationen aus allen Stilrichtungen vertreten.

«Kasi Geissers Kompositionen haben Modellcharakter», sagt Volksmusikredaktor Dani Häusler. Klar habe er auch gehörte Stücke als seine ausgegeben, aber nicht ohne ihnen vorher seinen eigenen Qualitätsstempel aufzudrücken: eine Melodie, die in sich nicht stimmiger sein könnte. «Selten hat jemand durch Talent und Produktivität solch grosse Spuren hinterlassen wie Kasi Geisser», so Dani Häusler.

In der «Sammlung Dür» taucht Kasi Geiser als Komponist mit seinem bekanntesten Stück auf, dem Walzer «Abend am Vierwaldstättersee». In der Aufnahme aus dem Jahr 1958 spielt die Bündner Ländlerkapelle Karl Grossmann.

Moderation: Fränzi Haller, Redaktion: Dani Häusler