«Vieille danse suisse»

Was Fritz Dür für Ton-Aufnahmen war, war Hanny Christen bezüglich Musiknoten. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts sammelte sie alte Schweizer Volksmusik mit dem Ziel, sie für die Nachwelt zu erhalten. Schliesslich umfasste ihre Sammlung 12'000 Stücke, mit Noten, Geschichten und Fotografien.

Häuser am Ufer eines Sees.
Bildlegende: Historische Aufnahme von Vevey um 1908. ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

Bis zum Tod von Hanny Christen 1976 interessierte sich kaum jemand für deren volksmusikalischen Schatz. Erst 20 Jahre später stiess Musiker, Komponist und Verleger Fabian Müller auf diese wertvolle Sammlung und veröffentlichte sie ein paar Jahre später.

Für Volksmusikredaktor Dani Häusler brachte diese Sammlung neue Erkenntnisse. «Im 19. Jahrhundert gab es Tänze, die wir heute nicht mehr kennen, weil sie im 20. Jahrhundert aus der Mode kamen.» Dazu gehörten Galopp, Varsovienne, Tyrolienne, Polonaise oder Montferrine.

Die Montferrine ist das welsche Pendant zur italienischen Tarantella. Ein Beispiel dafür hat Dani Häusler in der Musiksammlung von Fritz Dür entdeckt: das traditionelle Stück «Vieille danse suisse», arrangiert von Carlo Boller. In der Aufnahme vom 4. Dezember 1954 spielt die Musique du Folly aus Vevey.

Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Dani Häusler