Sind kernlose Trauben künstlich?

Die kernlose Sultana-Traube gibt es schon seit Jahrhunderten. Weil wir nur ungern auf Kerne beissen, klonen wir seit Jahrhunderten eine Traubenart, die eigentlich einen Gendefekt aufweist.

Trauben
Bildlegende: Die Traubenzeit kommt. Keystone

Eine Traube vermehrt sich, indem die Kerne in der Frucht sich zu Samen entwickeln. Diese Samen fallen mit der reifen Frucht zu Boden und werden zu einer neuen Traubenstaude. Fehlen die Kerne, fällt dieser Fortpflanzungszyklus in sich zusammen. Kernlose Trauben werden deshalb geklont. Dazu verkuppelt man eine Jungpflanze mit einer robusten Staude. Ja, da wird tatsächlich ein Ästchen auf ein Ästchen gesetzt und mit Baumwachs verleimt.

Kernlose Trauben sind also Klone. Aber diese Klone reifen kaum, denn es sind die Kerne, die das Wachstumshormon liefern. Daher werden kernlose Trauben mit Hormonen besprüht, damit diese zur normalen Traubengrösse heranwachsen.

Und obwohl man im Zusammenhang mit kernlosen Trauben von Klonen und Hormonen spricht: Künstlich sind sie nicht.