Flurnamen: «Chatzelöcher» und «Negerdörfli»

Herkunft und Entstehung von Flurnamen zu erforschen ist eine spannende Angelegenheit. Weshalb spricht man zum Beispiel von «Chatzelöcher» oder «Negerdörfli»? Sprachexperte Markus Gasser liefert interessante Erklärungen.

Eine Siedlung, die früher womöglich als «Negerdörfli» bezeichnet worden wäre.
Bildlegende: Eine Siedlung, die früher womöglich als «Negerdörfli» bezeichnet worden wäre. colourbox

Das Wort «Chatz» in zusammen gesetzten Wörtern bedeutet, dass etwas minderwertig ist. Flurnamen mit dem Bestimmungswort «Chatz» bezeichnen meistens schlechtes Kulturland. Eine Bodenvertiefung wird gerne als «Chatzeloch» bezeichnet, weil sie häufig sumpfig und schwer zugänglich ist.

«Negerdorf» oder «Negerdörfli» sind Spottnamen für Arbeiterquartiere. Die Fabrikarbeiter hatten von Russ oder Dreck geschwärzte Gesichter, weshalb man sie als Neger bezeichnete, auch weil sie gesellschaftlich als Verlierer gegolten haben. Der Begriff «Negerdörfli» kann aber auch aufgrund des Aussehens einer Wohnsiedlung entstanden sein. Ein Arbeiterquartier besteht meist aus Baracken oder kleinen Reihenhäusern, die so gruppiert sind, dass sie an einsame Hüttensiedlungen im afrikanischen Busch erinnern.