Halb Mönsch, halb Ohregrübler

Ein Ohrwurm kann im positiven Sinne eine eingängige Melodie sein. Andererseits kann man darunter auch das grotesk aussehende Tier mit seiner Schwanzklemme verstehen. Wenn man im Aargau jemanden als halb Mensch, halb Ohregrübler bezeichnet, ist das sogar liebevoll gemeint.

Ein Ohrwurm auf einem grünen Blatt.
Bildlegende: Im Mittelalter wurden Ohrwürmer bei Ohrenleiden angewandt. Flickr.de/ Jürgen Mangelsdorf

Unser Mundartexperte Markus Gasser erklärt, dass gerade witzig klingende Wörter wie Ohregrübler gerne als Vergleiche oder als Übername herbeigezogen werden. Anstatt jemanden mit «Halb Mensch, halb Tier» zu bezeichnen, zieht man also einen etwas abgeschwächten Vergleich vor.

Auch der aargauische Ausdruck « zsinnchömige Chäib» ist nicht als Schimpfwort zu verstehen. Anders verhält es sich bei «Tschiirpegigu». Hier steckt ein Schlappschwanz dahinter.

Autor/in: daue, Redaktion: Jill Keiser