«höbele» und «friin»

Im Mittelalter war der Königshof das Mass aller Dinge, wenn es um gesellschaftliche Benimmregeln ging. Von daher stammen die Wörter hofieren oder höflich. Sie entspringen dem mittelhochdeutschen Verb «hoven».

Das Verhalten an mittelalterlichen Königshöfen hat auch Spuren in der Sprache hinterlassen. In deutschen Wortschatz finden sich Wörter wie «höflich» oder «hofieren».
Bildlegende: Das Verhalten an mittelalterlichen Königshöfen hat auch Spuren in der Sprache hinterlassen. In deutschen Wortschatz finden sich Wörter wie «höflich» oder «hofieren». colourbox

«hoven» hat mehrere Bedeutungen: Zum einen meint es, jemanden «höfisch», also nach den Regeln des Hofes zu erziehen. Dann gibt es die Bedeutung «jemandem schmeicheln, höflich sein, unterwürfig verhalten», vor allem gegenüber einer Frau. Von daher kommt die Redewendung «einer Frau den Hof machen».

Die Verkleinerungsform von «hoven» heisst «höfele». Da ein «f» manchmal durch ein «b» ersetzt wird, hat sich mit der Zeit das Zürcher Dialektwort «höbele» ergeben.

Im Gespräch mit Bernhard Siegmann erklärt Sprachexperte Markus Gasser ausserdem Herkunft und Bedeutung von «friin, frein» für frei oder ungebunden.

Autor/in: schb, Moderation: Fränzi Haller, Redaktion: Markus Gasser