Unter dem Scheffel oder auf dem Leuchter

Die Redensart «sein Licht unter den Scheffel stellen» bedeutet «allzu bescheiden zu sein, die vorhandenen Kräfte nicht voll oder nicht zum allgemein Besten anzuwenden». Der Scheffel ist ein undurchsichtiges Gefäss, das als Hohlmass für Getreide diente.

Stände dieses Licht unter einem Scheffel, wäre es Raum zappenduster.
Bildlegende: Stände dieses Licht unter einem Scheffel, wäre es Raum zappenduster. colourbox

Stellt man ein Licht unter den Scheffel, ist es abgeschirmt und verliert seine Leuchtkraft. Die Redewendung wird in der Bibel mehrfach zitiert, zum Beispiel im Matthäus-Evanglium, Kapitel 5: «Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten, vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.»

Die Redensart «sein Licht unter den Scheffel stellen» gibt es übrigens auch auf Englisch «to hide one's light under a bushel», Französisch «mettre la lumière sous le boisseau» oder Niederländisch «Zijn lamp onder de korenmaat zetten», erklärt Christian Schmutz im Schnabelweid-Briefkasten.

Der Mundartexperte erklärt in der Sendung ausserdem die Bedeutung vom Verb «gattere» und die Herkunft von «Boll» für Mehl.

Moderation: Franziska Haller, Redaktion: Christian Schmutz