Von «bärhemig» bis «Zislaweng»

Ist einer «bärhemig», dann ist er schlaff oder faul. Das Wort bedeutet euch steifbeinig oder eingerostet. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus der Schweinemästerei, wenn Tiere unter kranken und steifen Sprunggelenken litten.

Klassischer Fall von «bärhemig»: faul in den Ästen hängen.
Bildlegende: Klassischer Fall von «bärhemig»: faul in den Ästen hängen. colourbox

Der zweite Wortteil «hemig», ursprünglich «hämmig» meint Hamme, also Schinken oder Hinterbein. «bar» kommt vom althochdeutschen Verb «barreen», was steif oder starr emporstehen bedeutet.

Im «Schnabelweid-Briefkasten» erklärt Markus Gasse das Wort «Gusi», das je nach Region etwas anderes bedeutet. Im Raum Bern-Freiburg ist «Gusi» ein Kosewort für ein Ferkel. «Gusi» kann aber auch ein Fehler oder Missgriff sein und stammt in dieser Bedeutung vermutlich vom italeinischen «scusi» ab. Im Bernbiet ist «Gusi» oder «Guseli» ein Milchgeschirr, in der Innerschweiz ein Regen- oder Schneesturm. Im übertragenen Sinn ein heftiger Familienkrach, Unglück oder Ungemach.

Ebenfalls erklärt wird die Bedeutung von «Zislaweng» für eine schwungvolle Verzierung. Die abstrakte Bedeutung lautet: ein Schwung, ein Kniff, ein eleganter Bogen.

Moderation: Bernhard Siegmann, Redaktion: Markus Gasser