Von «Gschwellti» bis «zämechrutte»

Wenn wir in der Schweiz von «Gschwellti» sprechen, meint das nicht, dass die Kartoffeln beim Kochen anschwellen. Bei Speisen bedeutet «gschwelle» quellen, im Wasser sieden, bis es weich wird.

«Gschwellti», wie man in der Schweiz für in der Schale gekochte Kartoffeln sagt.
Bildlegende: «Gschwellti», wie man in der Schweiz für in der Schale gekochte Kartoffeln sagt. colourbox

Das erklärt Sprachexperte Christian Schmutz im Gespräch mit Bernhard Siegmann und ergänzt, dass dies nicht nur für Kartoffeln gilt, sondern auch für Gemüse, Suppenfleisch oder Würste.

«Zurzirugel»

Mit dem Übernamen «Zurzirugel» wurden in der Region Horgen dicke Kinder bedacht. «Zurzi» ist die regionale Lautung von Bad Zurzach im Kanton Aargau. «Zurzirugel» oder «Zurzirugeli» stammt aus der Schuhmacherei. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Zurzach die berühmten Ledermessen. An der Messe haben die Schuhmacher dicke Rollen aus Leder mit nach Hause gebracht. Diesen Lederrollen sagte man «Zurzirugel».

«zämechrutte»

«chrutte» oder «chruude» bedeutet zuerst, sich mit oder im Kraut zu schaffen zu machen. Daraus wurde die Bedeutung «etwas zerhacken, zerschlagen wie weiches, brüchiges Kraut» übertragen.

Redaktion: Christian Schmid