Von «schwenten» bis «Sidian»

Im Schnabelweid-Briefkasten beantwortet Markus Gasser Fragen zu Dialekt-Wörtern und Ausdrücken. Zuerst geht es um «schwenden» oder «schwenten». Damit ist eine bestimmte Rodungstechnik gemeint: Bei einem Baum wird die Rinde abgeschält, damit er austrocknet und langsam dürr wird.

«schwenden» ist eine Rodungstechnik, bei der die Rinde an den Bäumen abgeschält wird.
Bildlegende: «schwenden» ist eine Rodungstechnik, bei der die Rinde an den Bäumen abgeschält wird. colourbox

Mundartexperte Markus Gasser geht in der Sendung ausserdem auf Herkunft und Bedeutung von einem Fluch- und einem Schimpfwort ein: «Nundebuggel» und «Sidian».

«Nundebuggel» ist ein verhüllendes Fluchwort. Es ist aus «Nom de Dieu» entstanden. Das Wort Gott im Fluch wurde zum Abschwächen durch Kerl ersetzt, auf Französisch «bougre». Aus «Non de bougre» ist dann umgangssprachlich «Nundebuggel» entstanden.

«Sidian» hat verschiedene Bedeutungsnuancen: Es wird für verleumderische oder boshafte Menschen gebraucht, für Säuffer, Strolche, hinterlistige und durchtriebene Kerle. Es kann aber auch Bewunderung ausdrücken. So steht im Idiotikon als Beispiel folgender Satz von 1904: «Dä chäibe Sidian! Dä weiss d Sach azstelle.»

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Markus Gasser