Von «Wasenmeischterei» bis «Miesch»

«Wasemeischterei» ist in oberdeutschen Mundarten das übliche Wort für Abdeckerei oder Schindanger, also für eine Sammelstelle für Tierkadaver. Die Tierkadaver werden vom «Wasemeischter» entsorgt.

Kadaver eines toten Pferds. Es wäre früher im «Wase» durch den «Wasemeischter» begraben worden.
Bildlegende: Kadaver eines toten Pferds. Es wäre früher im «Wase» durch den «Wasemeischter» begraben worden. colourbox

Andere Ausdrücke für «Wasemeischter» sind «Wasmer» oder «Chalt-Metzger». Der Umgang mit Tierkadavern war früher riskant, man lieg Gefahr Krankheiten aufzulesen. Deshalb wurden die Sammelstellen an einem Ort ausserhalb des Dorfes eingerichtet. Die Kadaver wurden zwecks schnelleren Verfalls in feuchtem Boden vergraben, im «Wase», was Grasfläche, feuchter Boden oder Erdscholle bedeutet.

Im Schnabelweid-Briefkasten erklärt Markus Gasser ausserdem Herkunft und Bedeutung von «Kafibeckeli» für eine grosse, runde, eher flache Tasse. Bei der dritten Worterklärung geht es um «Mies» oder «Miesch» für Moospflanzen.

Moderation: Fränzi Haller, Redaktion: Markus Gasser