«acht schtumpfo züri empfernt» von Dominic Oppliger, Folge 2

Ein junger Mann steht vor dem Bahnhof einer Weltstadt, «acht schtumpfo züri empfernt», und wartet auf seine Freundin, die er seit fünf Monaten nicht mehr gesehen hat.

Blick auf das winterliche Zürich
Bildlegende: Blick auf das winterliche Zürich Keystone / Ayse Yavas

Während er auf «traffi» (d Raffi, die Raffaela) wartet, gehen ihm die vergangenen Monate und Jahre durch den Kopf. Verliebtheiten, Peinlichkeiten, kleine Siege und Niederlagen. Zum Beispiel, wie Mohammed, ein «Sans Papiers» und Bekannter von ihm, verhaftet wurde und wie sich seine Flamme Lena bei einem Gefängnisbesuch in Mohammed verliebt hat und der sich in sie. Und ausgerechnet ihm musste Mohammed dies am Telefon erzählen. Und später sieht er seine violetten Hosen, die er Mohammed früher mal ausgeliehen hat, in der Stadt an einem jungen Typen wieder. Aus Eifersucht bekommt er einen Nesselfieberanfall und weint sich ausgerechnet an der Schulter seines ehemaligen Freundes Joschi aus, der mittlerweile ein Sektenprediger geworden ist.

Leute von heute
Es sind die Innensichten eines jungen Mannes in Zürich, der all die Fettnäpfchen in seinem komplizierten «social life» zu vermeiden sucht.

Lesung der ganzen Novelle

In der Schnabelweid-Sommerlesung liest der Schauspieler Aaron Hitz in vier Folgen die ganze Geschichte, bereichert um die elektronischen Klänge des Musikers Marcel Gschwend alias «Bit-Tuner». Eine witzige, freche, manchmal melancholische Reise durch die Erlebniswelt der «heutigen Jugend».

Buchtipp

  • Dominic Oppliger: «acht schtumpfo züri empfernt». Novelle. edition spoken script. Verlag Der gesunde Menschenversand, 2018.

Musiktipp

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser