Auch nach 40 Jahren ist Ernst Eggimann «unerhört»

1971 schrieb Ernst Eggimann sein Mundartgedicht von den «grasgrünen Kühen». Nach seinen eigenen Aussagen erregte es die Gemüter im Emmentaler Langnau, wo er wohnte, heftig.

«modern mundart» aus dem Emmental
Bildlegende: «modern mundart» aus dem Emmental SRF

Damals war diese Art der Dichtung und des Umgangs mit Sprache neu und stiess vielerorts auf Unverständnis. 

Sprachspiel als Gesellschaftskritik

Zusammen mit Kurt Marti und Ernst Burren war Eggimann ein Pionier der sogenannten «modern mundart». Sie schrieben aufrührerische, kritische, sprachspielerische Literatur.

Heute bezeichnen viele Spoken-Word-Poeten Ernst Eggimann als Urvater ihrer Kunst. Hinzugekommen ist seit Eggimanns Zeiten zwar die Bühne, die Performance, das gesprochene Wort. Formal und inhaltlich stehen die jüngeren Dichter aber ganz klar in seiner Tradition. 

Neues Buch und neue CD

Zu seinem 75. Geburtstag wurden Eggimanns beide Gedichtbände «Henusode» und «Heikermänt», die vergriffen waren, im Verlag «Der gesunde Menschenversand» wieder neu aufgelegt. Eine weitere Würdigung erhält Eggimanns Werk in der CD «aber hütt». Der Schauspieler Ueli Jäggi liest darauf Eggimann-Gedichte. 15 Autorinnen und Autoren sind mit neuen, von Eggimanns Lyrik inspirierten Texten zu hören. Die Musiker Balts Nill und Albin Brun improvisieren dazu auf ihren Instrumenten.

Die CD «aber hütt» hatte Ende November in Langnau ihre Taufe. An demselben Anlass erhielt Eggimann die Ehrung eines «Ernst Eggimann-Wegs» in Langnau. In der Schnabelweid-Sendung kommen Ernst Eggimann und weitere Autoren zu Wort und geben ihre Hommage-Texte zum Besten.


CD:
«aber hütt. Eine Hommage an Ernst Eggimann», Verlag Der Gesunde Menschenversand

Buch:
«unerhört»
von Ernst Eggimann, edition spoken script im Verlag Der Gesunde Menschenversand

Moderation: Joschi Kühne, Redaktion: Markus Gasser