Dorfchronik Embrach – Oral History aus dem Zürcher Unterland

Bis Mitte des 20. Jhrs. bot Embrach das Bild einer idyllischen Landgemeinde. In der Schnabelweid erzählt eine Ur-Embracherin von diesen Zeiten, gibt der Herausgeber Auskunft über sein Dorfchronik-Projekt und ein Dialektologe geht der Frage nach, wie «eigen» die Mundart von «Embri» tatsächlich war.

Dorfstrasse mit Schulhaus, Kirche, Restaurant Linde
Bildlegende: Aufnahme von 1906: Dorfstrasse mit Schulhaus, Kirche, Restaurant Linde, Rechts: Dorfstrasse 5 «Eisenwaren und Werkzeuge» Atelier M. Guggenheim Zürich, Sammlung Hans Baer

«Wir waren das Töpferdorf» heisst im Untertitel das Buch «8424 Embrach», in dem der Embracher Arzt Urs Peter Stimmen und Bilder aus den dreissiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts gesammelt hat. Es war die Blütezeit der Embracher Steingutherstellung. Alte Embracherinnen und Embracher erzählen aus dieser Zeit. Sie dokumentieren, wie im Unterländer Dorf gesprochen wurde, als das Embracher Täli noch nicht zum grossen Agglomerationsgürtel von Zürich gehörte. Peter hat die damalige Embracher Mundart für sein Buch transkribiert.

Etwas Ähnliches wie Urs Peter, aber mit ganz anderen Mitteln, hat der bekannte frühere Kabarettist und heutige Autor Heinz Lüthi gemacht, nämlich einen historischen Roman über das Limmattal geschrieben. «Strömungen» heisst der fünfhundertseitige Schmöker, der den Wandel des Limmattals zwischen Zürich und Baden vom Agrarland zum Industriegebiet akribisch nachzeichnet. Mit vielen Mundarteinsprengseln im Text.

Im Schnabelweid-Briefkasten werden ausserdem die Wörter «Moosweih und «ruuvoll» erklärt. Beides Wörter, die auch in der Gegend um Embrach bekannt sind oder zumindest einmal waren.

Buchhinweise:

  • Urs Peter. 8424 Embrach. Arisverlag 2017.
  • Heinz Lüthi: Strömungen. Roman einer Region. 1909-1929. Altberg-Verlag 2017.

Redaktion: Urs Tremp und Markus Gasser