«gredi üüfe» mit Hanspeter Müller-Drossaart

Der zweite Gedichtband von Hanspeter Müller-Drossaart ist da: In «gredi üüfe» finden sich 86 grossartige Gedichte auf Urnerdeutsch. In meist knapper Sprache erzählen sie vom Leben im Bergkanton.

Hanspeter Müller-Drossaart
Bildlegende: Hanspeter Müller-Drossaart SRF

Nach dem obwaldnerischen Gedichtband «zittrigi fäkke» (2015) kommt nun «gredi üüfe» auf Urnerdeutsch. Der gebürtige Obwaldner Hanspeter Müller-Drossaart zügelte als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Erstfeld im Kanton Uri. Urnerdeutsch wurde zu seiner zweiten Muttersprache.

Das Urnerland steht denn auch im Zentrum der Gedichte in «gredi üüfe» – das Urnerland mit seinen hohen Bergen und engen Tälern, aber auch mit Auto- und Eisenbahn, mit Gastarbeitern und Fernweh. In den Gedichten findet man keinen wehmütigen Rückwärtsblick und keine Geranium-Hymnen an die Heimat. Es geht um Dableiben und Weggehen, um Erfinden und Vergessen. Hanspeter Müller-Drossaart setzt sich in einer wohlwollend-kritischen Art mit seiner zweiten Heimat auseinander. Vieles, das in den Gedichten angesprochen wird, gilt aber nicht nur für das Urnerland, sondern weit darüber hinaus.

In der Schnabelweid spricht Hanspeter Müller-Drossaart über seine Gedichte und übers Urnerland. Er erzählt, wie es war, als Fremder nach Erstfeld zu kommen und ein Teil der Gemeinschaft zu werden. Ausserdem reagiert Müller-Drossaart auf Analysen des emeritierten Literaturprofessors Peter von Matt und der Leiterin des Literaturhauses Zentralschweiz, Sabine Graf. Selbstverständlich gibt es auch eine Menge Gedichte zu hören.

Ausserdem in der Sendung: Wir werfen einen Blick auf das Sehnsucht-Festival in Grellingen im Laufental. Musik und Kleinkunst stehen dort vom 13. bis 17. Juni auf dem Programm. www.sehnsucht-festival.ch

Natürlich fehlen auch die obligaten Antworten auf HörerInnen-Fragen zu Sprache und Familiennamen nicht in der Sendung.

Buchtipp:
Hanspeter Müller-Drossaart, gredi üüfe. Gedichte in Urner Mundart. Mit Hör-CD, Altdorf: Bildfluss-Verlag 2018.

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Hanspeter Müller-Drossaart: «Jeegergschnurr»

0:34 min, vom 29.5.2018

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: André Perler