Guy Krneta «Unger üs». Schnabelweid Sommerlesung 3

Ein junger Mann blättert im Familienalbum und erinnert sich: Wie ihn der Grossvater zu seinem Chalet nach Grindelwald mitnimmt. Wie ihm Onkel Sämi allerlei Humbug erzählt. Wie er Isabels Mutter kennenlernt und wie der Grossvater nach über fünfundzwanzig Jahren empört aus seiner Partei austritt.

Panzersperren
Bildlegende: Panzersperren Keystone

«Unger üs» ist ein Spoken-Word-Roman in Mundart des Berner Autors Guy Krneta. Es ist ein Gesellschaftsroman aus der Schweiz der 80er Jahre und er trägt den Untertitel «Familienalbum».

In satirischen, aber auch sehr bewegenden Szenen schildert Krneta Momentaufnahmen aus der Geschichte einer Schweizer Familie. Vom Grossvater, einem liebenswerten Polteri. Vom «Unggle Sämi», der das Bratwurtsjoghurt erfunden haben will und den pubertierenden Erzähler ins Puff einlädt. Von der Cousine Vivienne, die 11 Sprachen spricht, dafür kein Gefühl mehr für ihre Heimat hat. Und natürlich vom jugendlichen Erzähler selber, der als Militärdienstverweigerer im Gefängnis sitzt.

«Unger üs» lesen oder hören ist ein bisschen wie in einem Fotoalbum blättern. Man merkt den Texten an, dass sie für die Bühnenperformance verfasst worden sind: Sie sind auf Klangwirkung hin geschrieben, mit viel Rhythmus und Witz. Dazu ertönen Gitarren- und Ukulele-Klänge des feinsinnigen Musikers Balts Nill.

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser