Kilian Ziegler: Slam Poet mit erstem Soloprogramm

Zum Anforderungsprofil eines Spoken-Word-Poeten gehört es, ein Sprachvirtuose zu sein. Der Solothurner Kilian Ziegler ist einer von ihnen, ein passionierter Wortverdreher und Sinn-Umsteller, ein entlarvender Witzbold, der unermüdlich die deutschsprachigen Bühnen bereist.

Kilian Ziegler
Bildlegende: Kilian Ziegler Claude Hurni

Seit 2008 ist Kilian Ziegler auf Lesebühnen und Poetry-Slams, in Schulen, Workshops und als Moderator unterwegs.

Heimathafen Sprache

Die Sprache ist sein Heimathafen. Wörter sind seine Spielwiese. Die Grenzen von Wortklang und Wortbedeutung lotet er nach allen Richtungen hin aus. Vor keinem Kalauer macht er Halt, aber die Dichte seiner Wortwitze ist atemberaubend.

Ziegler spricht fliessend «entspannisch»

Wenn er im Text «easy» über sein Wesen als fauler Student sinniert, dann hat er das Relaxen so professionalisiert, dass er vor lauter Ausruhen in ein Burnout gerät. Er sei im Ausruhen so gut, das könne er im Schlaf. Drum rede er fliessend entspannisch. Das bringe auch Probleme mit sich: In seinem Zimmer liege viel herum, zum Beispiel er. In Anbetracht, dass in der Ruhe die Kraft liege, sei er erstaunlich unmuskulös. Und «wenn mer öppis uf e Keks goht, denn lon is eifach lo guetsli». Das sind Texte, die live Lacher auf Lacher provozieren.

Erstmals abendfüllend

Nach zahlreichen Slam-Siegen und dem Gewinn des Solothurner Werkjahrbeitrags 2009 ist Kilian Ziegler nun reif für sein erstes abendfüllendes Programm, das er zusammen mit dem Pianisten Samuel Blatter einstudiert. Im Frühling 2013 feiert es Première. In der Schnabelweid-Sendung stellt Ziegler Ausschnitte davon vor und spricht über seine Texte und sein Leben als Slam Poet.

«Mit Wort z spile heisst nüüt anders, aus der Sprooch de Chopf z verdräihe» (Kilian Ziegler)

Moderation: Joschi Kühne, Redaktion: Markus Gasser