Leetscher – Selbst für Walliser exotisch

Die Lötschentaler haben lange wenig Kontakt zu den Wallisern im Rhonetal gehabt. Das hört man ihrem Dialekt noch an. Christel Willa verarbeitet diese klangvolle Sprache in Gedichten.

Verschneite Dächer in Kippel, Lötschental (VS)
Bildlegende: Kippel im Lötschental Keystone / Jean-Christophe Bott

«Viliicht äs Buächli zum luit läsn?» steht auf dem Buchdeckel von «veruis und veriin» (hinaus und hinein, z.B. aus dem Tal). Der Autorin und pensionierten Lehrerin Christel Willa war von vornherein bewusst, dass ihre Lötschentaler Gedichte nicht für alle einfach zu lesen sind. Mit ihrem Hinweis aufs Lautlesen versucht die Autorin, diese «Sprache voller Wärme und Klang» an die Leserschaft zu bringen.

Der Gedichtband von Christel Willa ist der Anstoss für eine Schnabelweid rund um Lötschentaler Mundart und Leute. Die Leetscher (im restlichen Wallis Leetschini) gelten auch im Tal als Exoten.

Kulturwissenschaftler Werner Bellwald kennt sowohl die Vorurteile wie auch die Schwierigkeiten und Chancen des Zusammenlebens in einem engen Tal. Der Gründer und Mitarbeiter zahlreicher spezieller Museen arbeitet auch an einem Lötschentaler Wörterbuch mit. Und er kennt die «Tschäggätä», die furchterregenden Fasnachtsmasken.

Zur Schnabelweid gehören mundartliche Begriffserklärungen und Familiennamen. Dazu ein aktuelles Buch mit neuen Gedichten und Gedanken von Kurt Marti zu seinem 1. Todestag.

 

TIPP: Christel Willa: Veruis und veriin; Heitrs und Ärnschts usm Leetschtal. Rotten-Verlag 2017.

Kurt Marti: wo chiemte mer hi? sämtlechi gedicht ir bärner umgangsschprach. Nagel & Kimche 2018.

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Christian Schmutz