«Muttner Bärgsunntig»

Muttnertitsch wird heute noch von 15 der 69 Einwohner im Bündner Walserdorf Mutten gesprochen. Zu wenig zum Überleben, meint Buchautor Erwin Wyss, der selber in Mutten aufgewachsen ist. Sein zweites Buch «Muttner Bärgsunntig» sei deshalb auch ein Denkmal für diese verschwindende Sprache und Kultur.

Bergkapelle und Walserhäuser in Obermutten
Bildlegende: Obermutten Wikimedia

Mutten liegt «ab vom Schuss»
Obermutten liegt unendlich abgelegen auf einem Sattel zwischen Vial Mala und Schinschlucht, hoch über Thusis. Vor der erst 2006 eröffneten, bequemen Zufahrtsstrasse führte nur ein Serpentinenweg in 36 Kehren den Berghang hinauf zu dieser Dreistufensiedlung, die aus Untermutten, Stafel und Obermutten besteht. Die Muttner waren aber nicht nur geografisch jahrhundertelang isoliert: Als weitum einzige deutschsprachige und reformierte Gemeinde liegt sie mitten in katholischem und (ursprünglich) romanischem Gebiet.

Die letzte Generation der Muttnertitsch-Sprecher
Diese spezielle Lage hat Kultur und Mentalität der Muttner geprägt, hat sie zu einem eigenwilligen Menschenschlag gemacht - und hat dazu geführt, dass das Walserdeutsch der Vorfahren aus dem Mittelalter relativ unverändert erhalten geblieben ist. Aber die heutigen Kinder im Dorf gehören allesamt zu Familien von Zugezogenen. Das Dorf lebt dadurch glücklicherweise weiter. Muttnertitsch wohl nicht.

Sagen und Geschichten aus der Vergangenheit von Mutten
Erwin Wyss erzählt in seinem Buch und auch auf der Fahrt von Untermutten bis Obermutten, woran man genau erkennt, dass Muttnertitsch aus dem Wallis kommt, wie es der Muttergottes von Mutten in der Reformation 1582 ergangen ist, die Sage von einem mordenden Pfarrer und die Geschichte des grossen Brandes in Obermutten am 25. April 1946. Und natürlich klärt er auf, was der «Muttner Bärgsunntig» genau ist.

Buchtipp

  • Erwin Wyss: Muttner BärgSunntig. Walserverein Mutten, 2014. Buch mit 2 CDs

Moderation: Regi Sager, Redaktion: Lisa Gnirss, Markus Gasser