«S Tunälldorf» von Traugott Meyer - Folge 6

Das Baselbieter Dorf Tecknau in den Stürmen der Zeit zwischen 1912 und 1919: Die Schnabelweid zeigt in der Sommerlesung im Juli und im August ein literarisches Porträt aus der Schweiz vor 100 Jahren, erzählt in einem ungemein reichen Baselbieterdeutsch.

Tecknau - Nordportal - Bauzug Nord
Bildlegende: Am Nordportal Archiv Heinz Spinnler, Tecknau

Mit dem «Tunälldorf» ist das Bauerndorf Tecknau am Nordende des Hauenstein-Basistunnels gemeint. Der Mundart-Roman spielt in den Jahren 1912 bis 1919 in diesem Dorf. Für den Tunnelbau ab 1912 wurden italienische Gastarbeiter ins Tal geholt, die Baustelle riss tiefe Wunden in die Landschaft und in die Gesellschaft. Meyer erzählt die Geschichte des Grossbauern «Oberheirech» und seiner Familie, in der die Zeitenwende mit allem Knirschen vollzogen wird, als Vater-Sohn-Konflikt. Dazu kommen der Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die Einberufung der Aktiven in den Grenzdienst, die «Spanische Grippe» und der Generalstreik. «S Tunälldorf» ist ein wortgewaltiges Porträt der ländlichen Schweiz und ihrer Konflikte vor 100 Jahren, in einem unglaublich reichen Baselbieter Dialekt.

In 8 Folgen zwischen 10. Juli und 28. August sendet Radio SRF 1 in der Sendung Schnabelweid eine gekürzte Fassung dieses Romans des Baselbieter Schriftstellers Traugott Meyer. Erzähler ist der Baselbieter Schauspieler Kaspar Lüscher.

6. Sendung (Im Buch Der siebte Teil)

Wie nach den Flitterwochen beim jungen Paar wieder der Alltag einkehrt, der «Oberheirech» immer schwächer wird. Wie sich Nelly und ihr Schwiegervater endlich finden und im «Rank» das Bahnhöfli mit Güterschuppen entsteht.
Wie der Lehrer die Knaben zum freiwilligen Helfen motiviert, die Mädchen des Töchterchors dreimal in der Woche für die Soldaten an der Grenze stricken und nähen und eines Tages der «Ehresei» in «Täggenau» auftaucht.

Redaktion: Markus Gasser, Buschi Luginbühl