Schnabelweid-Magazin November

Zum 70. Geburtstag des Solothurner Mundartautors Ernst Burren

Ernst Burren
Bildlegende: Ernst Burren Keystone / Urs Flüeler

Keiner schreibt seit so langer Zeit Mundartgeschichten wie Ernst Burren. Und keiner zeigt die Seele von Herrn und Frau Schweizer unverstellter als er. Nachzulesen auch in seinem neusten Werk «No einisch uf d Maledive».

26 Bände mit inneren Monologen

Seit 44 Jahren lotet Ernst Burren aus dem Solothurnischen Oberdorf in seinen Mundartgeschichten helvetische Befindlichkeiten aus. Der innere Monolog war fast von Anfang an und bis heute die Form seines Schreibens. Darin offenbaren sich unspektakuläre Menschen, eher die Verlierer, oft in die Jahre gekommene Dörfler. Sie berichten von den Unzumutbarkeiten des Lebens, mit denen es sich zu arrangieren gilt: Vom verabreichten Tod einer Tante durch «Exit», vom stets sturzbetrunkenen Lehrer der Kindheit, von Gifteleien auf den Wanderpfaden des Juras. Oder auch von der aufschreckenden Begegnung mit einem Schwarzen auf dem Bahnhofs-WC, die im Erzähler eine bieder-rassistische Assoziationslawine über Afrika lostritt.

Burren ist eine «ernsthafte Frohnatur»

Burren ist gnadenlos ehrlich. Und er schreibt voller Witz und Aberwitz. Wenn er von den grotesken Widersprüchen seiner Figuren erzählt, entlädt sich zuweilen ein wahrhaft schallendes Gelächter aus ihm. Widersprüchlich wie eine «ernsthafte Frohnatur» tritt er einem auch im Gespräch entgegen. Er schreibe, sagt er, was andere höchstens denken. Und das sind oft düstere Dinge, denen sich seine Figuren mit ungeheurem Pragmatismus stellen: Der Getränkelieferant möge doch seine leeren Harassen abholen kommen, sagt eine Frau am Telefon, in zwei Tagen komme einer von Exit zu ihr.

Seit dem Erstling «derfür u derwider» aus dem Jahr 1970 sind 25 weitere Bücher von Ernst Burren erschienen. Hoffentlich ist «No einisch uf d Maledive» nicht das letzte.

  • Ernst Burren: No einisch uf d Maledive. Mundarttexte. Cosmos Verlag 2014

Dabu Fantastic

Er ist zur Zeit in aller Munde: Der Zürcher Oberländer Dabu Bucher mit seiner Band «Dabu Fantastic» und ihrer aktuellen CD «Hallo Hund». Eine Einschätzung von Mundartrock-Spezialist Martin Schäfer.

  • Dabu Fantastic: Hallo Hund. Sony Music 2014

Moderation: Marietta Tomaschett, Redaktion: Markus Gasser