«Zellete und Lugine 2»: Gommer und Lötschentaler Geschichten

«Lugine» sind erfunden Geschichten, mit denen man jemanden aufzieht oder reinlegt. Eine «Zellete» ist irgendeine Erzählung, eine Sage oder Geschichte. Im Wallis kennt man unzählige «Zellete und Lugine», die meistens bevölkert sind von «Booznä» und «Goggwärgini», Geistern und Spukgestalten also.

Lötschentaler Masken im verschneiten Dorf
Bildlegende: Lötschentaler Masken Keystone / Olivier Maire

In der letzten Schnabelweid vom 5. Juni hat Bernhard Schmid, genannt «Gioco», zwei seiner unheimlichen Geschichten erzählt. Und der Wörterbuchautor Alois Grichting hat über die verschiedenen Walliser Dialekte referiert.

Im zweiten Teil der «Walliser Lugine und Zellete» kommen nun zwei weitere Walliser Stimmen zu Wort: Tony Lagger aus dem Goms und Gaston Roth aus dem Lötschental besingen in ihren Gedichten Fluch und Segen der Dorfgemeinschaft und unheimliche nächtliche Erscheinungen.

Lötschentaler Dialekt: Wie Althochdeutsch

Insbesondere der Lötschentaler Dialekt, den Gaston Roth von seiner Mutter vererbt bekommen hat und den er sorgfältig pflegt, ist unglaublich kräftig und archaisch - und klingt streckenweise wie eine Fremdsprache. Das Fremde für uns ist aber keine räumliche Distanz, sondern eine zeitliche: Das Walliserdeutsch und insbesondere der Lötschentaler Dialekt hat viele Elemente des Althochdeutschen bewahrt, der deutschen Sprache also, wie sie im Mittelalter gesprochen wurde. Deshalb erläutert Markus Gasser im Briefkasten einige sehr spezielle Begriffe wie zum Beispiel «sumi» oder «Botsch» .

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Markus Gasser