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Der Zerfall Jugoslawiens Balkan in Flammen

Drei Sprachen, vier Religionen, fünf Nationalitäten: Die ethnischen Differenzen im Vielvölkerstaat Jugoslawien waren gross. Zu gross. Vor der Jahrtausendwende gipfelten die nationalistischen Konflikte in grausamen Kriegen. Die Ursachen dieser Katastrophe sind vielfältig.

Hinweis zum Jugendschutz

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Die Beiträge dieser Dokumentation stellen Kriegsverbrechen in Wort und Bild dar. Sie sind für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren nicht geeignet. Eine Begleitung durch Erwachsene wird empfohlen.

Tito: Volksheld und Diktator

Über mehrere Jahrhunderte hinweg kämpften verschiedene Grossmächte darum, den Balkan unter Kontrolle zu bringen. Die Balkanländer wurden zu Figuren auf einem geopolitischen Schachbrett. Die Region war zerrissen. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verbreitete ein schillernder Partisanenführer Hoffnung auf Frieden: Josip Broz Tito. Der nach dem Krieg als Volksheld gefeierte Tito wurde 1953 Staatspräsident der Sozialistischen Föderation Jugoslawien. Unter ihm erlebte der Vielvölkerstaat ein Wirtschaftswunder. International genoss der sozialistische Staat hohes Prestige.

Trotzdem schaffte es auch Tito nicht, die Völker nachhaltig zu einen. Die jugoslawische Identität war ein Konstrukt Titos, nur möglich durch seine Ein-Parteien-Diktatur. Er kontrollierte das Land mit eiserner Faust. Andere Meinungen war nicht nur verboten, sondern wurden mit Verbannung in Arbeitslager und dem Tod bestraft. Als der Diktator 1980 starb, stand das Land vor einer ungewissen Zukunft.

Ein Land zerfällt

Nationalistische Stimmen in den Teilrepubliken wurden indes stetig lauter. Als 1990 die ersten freien Wahlen seit dem Zweiten Weltkrieg abgehalten wurden, stand der Zusammenbruch der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawiens kurz bevor. 1991 erklärten die beiden Teilrepubliken Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit. Dies war der Auftakt eines blutigen Kriegs, der geprägt war von grausamen Massakern, brutalen Morden und Vertreibungen. Jahrelang sahen die USA und Europa tatenlos zu.

Ein ganzes Jahrzehnt lang sollte der Krieg auf dem Balkan wüten. Ein Krieg, dessen Folgen verheerend waren. Vielerorts kämpfen die Menschen noch heute damit. Der Friede, der seit 2001 auf dem Westbalkan herrscht, bleibt fragil.

Stjepan Vidakovic läuft auf einem Friedhof an weissen Kreuzen entlang.
Legende: Das Leid der Zivilbevölkerung war enorm. Der Kroate Stjepan Vidakovic hat im Jugoslawienkrieg unter anderem seine Frau und seinen Sohn verloren. Sie wurden von serbischen Truppen getötet. Cinecentrum / Tomislav Krnic

Historische Analyse

Die dreiteilige Dokumentationsreihe analysiert die Ursachen für den Zerfall der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Was führte zu den nationalistischen Konflikten, die ab 1991 in grausamen Kriegen gipfelten? Warum brach Titos Konstrukt des geeinten Jugoslawiens nach seinem Tod dermassen schnell auseinander?

Dabei kommen zahlreiche Zeitzeug:innen zu Wort und berichten von ihren Erlebnissen. Die historischen Ursachen wie auch die Folgen des Krieges werden mit Hilfe internationaler Historiker:innen analysiert. Die rund 50-minütigen Beiträge verdeutlichen: Auch in Europa ist Frieden nicht selbstverständlich.

Lehrplan-21 Bezug

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • RZG.2.1.b: … können aktuelle Bevölkerungsbewegungen erkennen, diese räumlich und zeitlich strukturieren sowie Gründe für Migration erklären.
  • RZG.6.3.a: … können darlegen, warum das 20. Jahrhundert als Zeitalter der Extreme bezeichnet wird. (Weltkriege, Faschismus, Kommunismus, Holocaust, Kalter Krieg, Unabhängigkeitsbewegung, Globalisierung, Bürgerkrieg, Terrorismus)
  • RZG.6.3.c: … können anhand vorgegebener Materialien Geschichten von Krieg betroffener Menschen aus den letzten 50 Jahren erzählen und diese in einen geschichtlichen Zusammenhang stellen.

Stufe: Sek I, Sek II

Fächer: Geschichte, Geografie

Stichwörter: UN, Nato, Flüchtlinge, Jugoslawienkriege, Kosovokrieg, Blauhelme, Nationalismus, Patriotismus, Faschismus, Kommunismus, Sozialismus, ethnische Säuberung, Völkermord, Kriegsverbrechen, Slobodan Milosevic, Kroatienkrieg, Bosnienkrieg, Radovan Karadzic, Den Haag, Ante Gotovina, Goli Otok, Ratko Mladić, Srebrenica

Produktion: Klaus Kastenholz, Veronika Mendler. «CineCentrum» / «ZDF Enterprises» 2019.

VOD: Bis 05.12.2024.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Tisaji  (Michael Tisaji)
    T3:
    Es wird in Teil zwei gar suggeriert ("...was Tudzman vor hatte"), dass Kroatien der Aggressor sei, was recht seltsam wirkt, da kroatische und bosnische Territorien von zu diesem Zeitpunkt Ex-jugoslawischem Militär überfallen wurden. Unter Befehl vom serbischen Präsidenten Milosevic.
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  • Kommentar von Michael Tisaji  (Michael Tisaji)
    2:
    Man kann dies so sehen, wenn man denn den heutigen Russland-Ukraine-Konflikt auch als Eitelkeit zweier Ultranationalisten sehen möchte. Von daher finde ich den Film sehr bedenklich und würde gerne eine Diskussion mit den Programmverantwortlichen führen. Ganz abgesehen davon möchte ich die Frage stellen, wer im Krieg, sei es Angreifer oder Angegriffener, NICHT zum Nationalisten wird. Jeder ist und muss Partei sein, wenn es um Krieg geht.
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  • Kommentar von Michael Tisaji  (Michael Tisaji)
    1:
    Nachdem der erste Teil noch einigermassen kinderverträglich die Historie Jugoslawiens und der einzelnen Republiken wiedergibt, bin ich mit dem zweiten Teil ganz und gar nicht einverstanden. Anhand Ausschreitungen an einem Fussballspiel (das war Symptom, nicht Ursache), wird im weiteren Verlauf ein angeblicher persönlicher Konflikt zweier Ultranationalisten heraufstilisiert.
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