Best of: «Schön isch’s gsi. Eifäch schön»

Drei Wochen haben fünf abenteuerlustige Personen den Gotthard mit verschiedenen Fortbewegungsmitteln überquert. In «Schweiz aktuell am Gotthard – Best of» blicken sie zurück auf die schönsten Momente ihrer Reisen. Und werden wehmütig, weil schnelleres Reisen auch ein Verlust an Erlebnissen bedeutet.

Anna von Wyl ist mit 72 Jahren die älteste der fünf Teilnehmer. Aber sie ist gleichzeitig auch diejenige mit der grössten Begeisterung. Schon nach dem fünftägigen Trek mit den Maultieren von Flüelen (UR) nach Giornico (TI) stellt sie fest: «S’isch schön gsi. Eifäch schön.» Bei den folgenden Expeditionen holt sie immer das Maximum an persönlichem Erlebnis heraus. Sie freut sich über die Alpenflora, überwindet den Schmerz beim Velo-Aufstieg auf der Tremola und zollt bei Tempo 160 im neuen NEAT-Tunnel den Arbeitern und Ingenieuren Respekt.

Katherine Müller (19) entwickelt ein inniges Verhältnis zu den Maultieren, bei denen sie «immer ein offenes Ohr» findet. Wisu Kempf (56) lebt seine Naturliebe aus in Nächten unter freiem Himmel. Marlies Longatti (48) stellt sich im edlen Gewand in einer ebenso edlen Postkutsche Fragen zum Verhältnis von Adel und Untertanen im Mittelalter und Thomas (26) ist tief beeindruckt, wenn er an die physischen Strapazen des Reisens unserer Vorfahren denkt: «Ich habe das völlig unterschätzt.»

Die enorme Beschleunigung vom Maultier-Trek übers Postauto und Mofa bis zur rasend schnellen Zugfahrt durch den Basistunnel beeindruckt alle. Die Vorteile möchte niemand von ihnen missen. Und trotzdem sagen sie am Schluss ihres Abenteuers: «Man verpasst enorm viel, wenn man vom Gotthard nur den Tunnel kennt.»