Exotismus vor 500 Jahren Fremde neue Welt

Als Hernán Cortés 1528 aus «Neuspanien» zurückkehrt, hat er für den Kaiser grosse Schätze und exotische Menschen im Gepäck.

Noch bevor die Kartoffel europäischen Boden eroberte, importierte man aus den neuen Kolonien neben wertvollen Bodenschätzen auch Vertreter der unterworfenen indigenen Völker.

Exotische Souvenirs

Aus den eigenen Territorien gewaltsam vertrieben und grausam verfolgt, waren die verschleppten «Indios» auf dem alten Kontinent eine willkommene Form der Unterhaltung. Die importierten Fremden beflügelten die Vorstellungen über die exotische Beschaffenheit der eroberten Gebiete. Der deutsche Reisende Christoph Weiditz dokumentierte für sein Trachtenbuch mit neugierigem Blick Cortés’ «Souvenirs» für den spanischen Kaiser.

Weite Verbreitung von Völkerschauen

Die Zurschaustellung exotisch anmutender Menschen blieb aber keine Besonderheit der Entdeckung «Indiens». Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren sogenannte Völkerschauen eine beliebte Attraktion in Volksgärten und auf Jahrmärkten. Je nach Grösse der Ausstellung wurden bis zu 100 Völker gleichzeitig dem schaulustigen Publikum präsentiert. Was als Kulturvermittlung angekündigt wurde, war in der Regel nichts anderes als ein ausbeuterisches Geschäft, das von rassistischen Denkweisen geprägt war.