Alles bleibt anders

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Die Arbeitertochter Lisa Odermatt (Selina Weber) gewinnt ein Stipendium für ein Elite-Internat. Fast gleichzeitig wird die 16-Jährige schwanger - von einem Secondo türkischer Abstammung. Drehbuch und Regie sind von Güzin Kar. SRF Schweizer Film aus dem Jahr 2006.

Lisa (Selina Weber) ist 16 und hat die Grundschule in Ittenbach, auch «Drecksloch» genannt, gerade mit der Höchstnote abgeschlossen. Mehr noch, ein Elite-Internat in der Innerschweiz offeriert ihr ein Stipendium für ihre weitere Ausbildung. Kein Wunder ist Lisa der ganze Stolz der Büezerfamilie Odermatt. Vor allem ihr Vater (Mike Müller) sonnt sich in Lisas Ruhm, hat er doch zeitlebens alles in die Ausbildung und in die zukünftige Karrieren seiner Kinder gesteckt. Doch kaum sind die Abschlusszeugnisse verteilt, stellt Lisa fest, dass sie schwanger ist. Ihre rosige Zukunft ist plötzlich in Frage gestellt.
Der zukünftige Vater, der 18-jährige Osman (Serhat Leylek), arbeitet gerade eine Jugendstrafe ab. Dessen türkische Eltern, gespielt von den deutschtürkischen Stars Meral Perin und Hilmi Sözer, sind froh, dass Lisa wenigstens Schweizerin ist. So wird wohl keiner auf so unsinnige Ideen wie Heiraten kommen. Tatsächlich ist die Abtreibung zwischen den türkischen und den Schweizer Eltern bald beschlossene Sache. Doch Eine bricht alle Abmachungen: Lisa will das Kind behalten. Ihr Entschluss stürzt beide Familien in Turbulenzen. Schon bald bröckeln Lebensentwürfe und -träume der Beteiligten, und alle kulturellen Unterschiede werden bis zur Unkenntlichkeit verwischt.
Nach «Lieber Brad» ist «Alles bleibt anders» der zweite Fernsehfilm, dessen Drehbuch Güzin Kar für das Schweizer Fernsehen geschrieben hat. Erstmals hat sie nun auch selber Regie geführt - nur logisch, denn als in der Schweiz aufgewachsene Türkin kennt Güzin Kar die von ihr beschriebenen Welten wie keine andere.