Grounding – Die letzten Tage der Swissair

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Der Doku-Thriller «Grounding» handelt von den letzten Tagen der Schweizer Fluggesellschaft Swissair, vom historischen «Grounding» ihrer Flotte am 2. Oktober 2001 und davon, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Ein trauriges Kapitel Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Regie: Michael Steiner.

Im Doku-Thriller «Grounding - Die letzten Tage der Swissair» wird, wie im Untertitel erwähnt, die Schlussphase eines nationalen Ereignisses geschildert. Mit dem Niedergang der Swissair, Inbegriff von Schweizer Qualität und Verlässlichkeit, hat die Schweizer Bevölkerung ein Stück ihres Selbstbewusstseins verloren. Den Anfang des Dramas sehen die Autoren (Michael Steiner und René Lüchinger) in der Abstimmung zum Europäischen Wirtschaftsraum vom Jahr 1992, als das Schweizer Volk den Beitritt zum EWR ablehnte. Die ganze Vorgeschichte bis zum 2. Oktober 2001 wird clipartig im Titelvorspann zusammengefasst.
Die fiktionale Erzählung beginnt mit einem Flug der Maître de Cabine Susanne Gasser (Stephanie Japp), die ein schlechtes Gewissen hat, weil sie als alleinerziehende Mutter ihren Sohn Luca (Lukas Schaller) so oft alleine lassen muss. Luca scheint damit aber gut umgehen zu können, verbringt er doch die meiste Zeit mit dem ehemaligen Bordmechaniker und Swissair-Veteranen Hanspeter Frieden (Hans Heinz Moser). In ihm hat der Knabe einen Ersatzgrossvater gefunden. Der italienische Immigrant Luigi Dini (Enzo Scanzi) arbeitet seit Langem bei der Swissair-Tochter GateGourmet. Als die negativen Schlagzeilen um die Mutterfirma Überhand nehmen, bangt Luigi mit seiner Frau Nicoletta (Tiziana Jelmini) um Job und Existenz. Dass ihr Sohn Sergio Dini (Leonardo Nigro) ausgerechnet bei der Grossbank UBS arbeitet, macht den abgearbeiteten Eltern das Leben auch nicht einfacher. Swissair-Pilot Adrian Simmen (Stefan Gubser) ist öfters mit Kopilot Peter Landolt (Pasquale Aleardi) unterwegs, der kurz vor der Beförderung zum Piloten steht. Landolt will mit seiner Freundin Susanne Gasser ein Haus kaufen und mit deren Sohn Luca eine eigene Familie gründen. Als dem jungen Paar von der Hausbank der Kredit gekündigt wird, ist die Enttäuschung gross.
Mario Corti (Hanspeter Müller-Drossaart), letzter glückloser CEO der Swissair, war vor dem Wechsel zur Fluggesellschaft beim Nahrungsmittelmulti Nestlé tätig. Dort arbeitete Corti bereits mit Jacqualyn Fouse (Katharina von Bock) zusammen, die er im Jahr des Groundings als Finanzchefin in die Geschäftsleitung der hoch verschuldeten SAir-Group holte. Crossair-Gründer Moritz Suter (László I. Kish) war mit seinem Übernahmekonzept namens Phoenix der grösste Widersacher von Mario Corti. Suter warb ihm auch den Piloten André Dosé (Michael Neuenschwander) ab, der später als CEO der neuen Fluggesellschaft Swiss in seine Fussstapfen treten sollte.
Doch zuvor entwickelte sich ein erbarmungsloser Machtkampf zwischen den Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse, zwischen Bundesrat und Parlament, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Swissair, ein Kampf aller gegen alle: So sass Lukas Mühlemann (Rainer Guldener), Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse Group, bereits ab 1995 im Swissair-Verwaltungsrat. Im April 2001 wurde Marcel Ospel (Gilles Tschudi) Verwaltungsratspräsident der UBS und gelangte ins Kreuzfeuer der Kritik, als er Anfang Oktober die nötigen Zahlungen an die Swissair blockierte. Mathias Mölleney (der sich selbst spielt) war in der gleichen Zeit Mitglied der Geschäftsleitung der Swissair Group. Nach dem Grounding schrieb er über 5000 Kündigungen - auch seine eigene. Nicht nur die tausenden neuen Arbeitslosen, alle haben nach dem Swissair-Grounding ihren Glauben an die bisherige Schweiz verloren.