Landammann Stauffacher

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Das historische Drama aus dem Jahr 1941 erzählt die Geschichte des Schwyzer Landammanns, der im Jahr 1315 die Eidgenossenschaft in die Schlacht am Morgarten führt. Heinrich Gretler verkörpert die Hauptrolle. Der Klassiker wurde 2007 von SRF aufwendig restauriert und erstrahlt in frischem Glanz.

Heinrich Stauffacher (Robert Troesch) hat mit seinen Leuten die reiche Abtei Einsiedeln geplündert. Das bringt die junge Eidgenossenschaft in Schwierigkeiten, denn man schreibt das Jahr 1314, und die mächtigen Habsburger sind die Schutzherren des Klosters. Der Zeitpunkt ist besonders ungünstig, denn in Frankfurt wurden gerade zwei Kaiser gewählt: Ludwig von Bayern, dem die Stände von Uri, Schwyz und Unterwalden die Treue geschworen und dafür das Recht auf Selbstverwaltung erhalten haben, und dessen Herausforderer, der mächtige und machthungrige Friedrich von Habsburg. Der Plünderfeldzug ins Kloster zeitigt nun Folgen. Die Eidgenossen müssen Farbe bekennen und entscheiden sich vorerst für Ludwig.
Der listige Graf von Toggenburg (C. F. Vaucher), der als Vermittler der gekränkten Habsburger die Eidgenossen umstimmen soll, schlägt einen akzeptabel klingenden Handel vor. Uri und Unterwalden zeigen sich geneigt, die Macht des Stärkeren anzuerkennen und zu verhandeln. Landammann Werner Stauffacher (Heinrich Gretler) aber will dem alten Fuchs nicht trauen. In der Folge durchschaut er die Ränke des Vermittlers und überzeugt schliesslich auch seine Mitverschworenen: «Könnt ihr ohne Freiheit leben?», fragt er in die Runde und unterstreicht: «Nein! Also lieber im Kampf sterben.» Das Schicksal gibt ihm Recht. Die Eidgenossen ziehen los und siegen am 15. November 1315 bei Morgarten gegen eine gewaltige Übermacht der Habsburger.
«Landammann Stauffacher» entstand 1941, zur Zeit grösster Bedrohung und Unsicherheit. Richard Schweizer und Kurt Guggenheim schrieben das Drehbuch. Sie stützten sich dabei auf historische Dokumente sowie auf Schillers «Tell» und machten auch dichterische Freiheit geltend. Die Rolle des aufrechten Landammanns wurde Heinrich Gretler auf den Leib geschrieben, denn als Darsteller des Tell auf der Bühne war Gretler damals bereits landesweit berühmt und galt als Sinnbild des aufrechten, patriotischen Schweizers.
«Landammann Stauffacher» wurde zu einem Meilenstein der «geistigen Landesverteidigung», dessen Botschaft «Könnt ihr ohne Freiheit leben? Nein!» sorgfältig in einen historischen Stoff verpackt wurde.