Silberwald

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Im friedlichen Emmental versuchen drei Jugendliche dem Alltag zu entkommen. Ihre verzweifelte Suche nach Liebe und Geborgenheit treibt sie in den nahe gelegenen Wald. Dort entdecken sie eine Hütte, in der Neonazis ein Fest feiern. Diese Begegnung verändert ihr Leben.

Der 16jährige Sascha lebt bei seiner Mutter, die Schicht arbeitet und wenig Zeit für ihn hat. Der Vater ist schon lange ausgezogen. Statt eine Lehrstelle zu suchen, hängt Sascha mit seinen Freunden Patrick und Moni herum und interessiert sich für die hübsche Sarah. Um sie an ein Konzert einladen zu können, nimmt er einen Job als Holzer bei einem Bauern an.

Immer öfter trifft er sich auch mit seinen Freunden im Wald. Sie spielen Gotcha oder streunen einfach umher. Dabei entdecken sie eines Nachts eine Hütte, in der kahlgeschorene Männer laut grölend tanzen. Unentdeckt schauen sie gebannt zu. Tage später kommen sie neugierig zurück, brechen in die leere Hütte ein und lassen Propagandaflyer mitgehen.

Als Saschas Mutter die Naziflyer in Saschas Zimmer findet und ihn aus der Wohnung schmeissen will, rasiert er sich aus Wut eine Glatze und haut ab. Frierend übernachtet er in der Holzhütte. Nach all den Ablehnungen interessiert sich Sascha mehr und mehr für die Kameradschaft in der Neonazi-Gruppe. Es gelingt ihm, Patrick zu überzeugen, eine Party in der Waldhütte zu besuchen.

Allerdings fühlt sich Sascha weit weniger wohl als Patrick, der bald darauf auf eigene Faust Kontakte zur Gruppe knüpft. Da ist Sascha die überraschende Anerkennung durch die Holzer, als er seinen ersten Baum alleine fällt, viel wichtiger. Der Bauer will ihm sogar helfen, einen Ausbildungsplatz in einem Forstbetrieb zu finden.

Doch Patrick hat für sie beide bereits zugesagt, bei einer Aktion mitzumachen. Während sie mit den Neonazis zum Asylbewerberheim fahren, bekommt Sascha Skrupel. Vergeblich versucht er, Patrick davon abzuhalten Molotowcocktails auf das Heim zu schmeissen. Als der Wohncontainer in Flammen steht, Feuerwehrsirenen aufheulen und Patrick mit den Neonazis davonrennt, bleibt Sascha wie erstarrt zurück, mit aller Sehnsucht und Verlorenheit.