Wachtmeister Studer

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Mord in Gerzenstein. Wachtmeister Studer (Heinrich Gretler) ermittelt und merkt bald, dass nichts so ist, wie es scheint. Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser hat «Wachtmeister Studer» 1936 geschrieben. Nur drei Jahre später adaptierte Leopold Lindtberg den Roman für die Leinwand.

Im Dorf Gerzenstein will sich der Untersuchungshäftling Erwin Schlumpf (Robert Birchler) das Leben nehmen. Er wird beschuldigt, den Kaufmann Wendolin Witschi ermordet zu haben. Jakob Studer (Heinrich Gretler), Wachtmeister bei der Kantonspolizei, rettet ihn im letzten Augenblick.

Für Untersuchungsrichter Doktor Steffen (Sigfrit Steiner) ist der Selbstmordversuch eine Art Geständnis. Studer dagegen hat ernste Zweifel. Zusammen mit dem Polizisten Wurmann (Hans Kaes) beginnt er eine exakte Untersuchung. Dabei hat er den Lehrer und Zeitungsschreiber Schwomm (Rudolf Bernhard) genauso gegen sich wie den Bürgermeister Aeschbacher (Adolf Manz) - und im Grunde die ganze Einwohnerschaft.

Nichts ist, wie es scheint

Unbeliebt ist im Dorf auch Gottlieb Ellenberger (Armin Schweizer), der Leiter der Baumschule, der Vorbestrafte beschäftigt und bei dem Schlumpf zuletzt tätig war. Sonja Witschi (Anne-Marie Blanc), Tochter des Ermordeten Wendolin Witschi und Verlobte von Erwin Schlumpf, benimmt sich bald schon verdächtig. Dann erweist sich, dass Witschi einst wegen Unterschlagung im Gefängnis sass. Und immer mehr wird deutlich, dass in Gerzenstein längst nicht alles so rechtmässig und sauber ist, wie es den Anschein macht.
Das Dorf Gerzenstein gibt es nicht. Die Verhältnisse aber, die Friedrich Glauser in seinem ersten Kriminalroman «Wachtmeister Studer» plastisch und stimmig schildert, sind in ihren Grundzügen gut eidgenössisch verbürgt. Genau so hat sie Leopold Lindtberg – nach einem Drehbuch von Richard Schweizer und Horst Budjuhn – auch filmisch umgesetzt. Die Aussenaufnahmen entstanden vorwiegend in der Region Andelfingen, am Greifen- und Türlersee sowie in Frauenfeld.

«Man muss auf der Hut sein»

Die bedrohliche Stimmung des Films entsprach durchaus der weltpolitischen Lage: Europa stand unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg. Entsprechend dankbar nahm das Schweizer Kinopublikum die Eigenproduktion auf, die spannend war und zudem grosse Vergleiche nicht zu scheuen brauchte.

14 Wochen lang lief «Wachtmeister Studer» nach seiner Erstaufführung am 13. Oktober 1939 allein in Zürich. Heinrich Gretler wurde ein Star, wenn auch einer mit sehr eigenwilligem Glamour. Und einer seiner Studer-Sätze wurde in der Folge oft zitiert: «Gerzenstein ist ein kleines Dorf. Aber wenn die kleinen Dinge nicht in Ordnung sind, sind es die grossen erst recht nicht... Man muss auf der Hut sein.»