Zum goldenen Ochsen

Zum goldenen Ochsen

Geld regiert die Welt von «Ochsen»-Wirt Hans Egli. Doch dann erteilt ihm die Tochter, die er in seine Expansionspläne einbinden will, eine bittere Abfuhr. Hans Trommer inszenierte «Zum goldenen Ochsen» 1958 und schnitt die Hauptrolle des Wirtes Egli auf Schaggi Streuli zu.

Wenn die Kasse klingelt, ist für Hans Egli (Schaggi Streuli), den Wirt im Goldenen Ochsen, die Welt im Lot. Sich selbst gönnt er keine Erholung, seine Frau (Margrit Rainer) kommt zu kurz, seine Serviertöchter Margrit (Elisabeth Wenger) und Emmi (Valerie Steinmann) behandelt er herzlos. Und all dies tut er, wie er gerne betont, nur für seine Tochter Rosmarie (Ursula Kopp), die einmal das Geschäft übernehmen soll.

Die Tochter macht sich auf und davon

Doch Rosmarie verweigert sich. Statt wie verabredet nach Hause zu kommen, reist sie mit ihrem Verlobten Lukas (Paul Bösiger) auf einem Rheinfrachter nach Rotterdam. Hans Egli folgt ihnen, schifft sich ebenfalls ein und findet plötzlich Gefallen an so ruhigen Stunden. Rosmarie zeigt sich schliesslich bereit, das Restaurant zu übernehmen. Doch zu Hause hat sich inzwischen Frau Egli entschlossen, so nicht mehr weiterzumachen. Der Ochsen-Wirt muss umdenken lernen.
Geplant war ein kritischer Film rund um den schweizerischen Krämergeist. So hatte der Journalist und Kabarettautor Werner Wollenberger die Geschichte angelegt und auch schon ganz auf die Figur von Schaggi Streuli zugeschnitten. Hans Trommer, seit seinem vielgerühmten «Romeo und Julia auf dem Dorfe» ein Aushängeschild für Qualität im Schweizer Film, war von der Idee angetan.

Schaggis Streulis Rolle handzahm gemacht

Ein hochkarätiges Darstellerteam war von Produzent Oscar Düby engagiert worden, darunter Margrit Rainer, Ruedi Walter, Armin Schweizer, Lina Carstens und die beiden gefeierten Neulinge Ursula Kopp und Paul Bösiger. Schaggi Streuli (1899 bis 1980) allerdings akzeptierte den bösen Biss der Wollenberger'schen Sichtweise nicht.

Er schrieb den Hans Egli handzahm um, liess ihm zwar ein paar habgierige Ecken, zeigte aber auch, dass man sich auf Biedersinn und Wohlanstand umerziehen kann. Für Trommer wurde das Werk zum Debakel. Als Heimatfilm aber und als populäres Streuli-Vehikel hat «Zum goldenen Ochsen» bis heute seinen Stellenwert behalten.