«äuä» – oder in der Kürze liegt die Würze

Das Wort «äuä» gibt es in vielen verschiedenen Formen und es lässt sich unglaublich vielseitig einsetzen. «Der Ausdruck ist sozusagen ein sprachliches Allzweckmittel», meint SRF-Sprachexperte Markus Gasser.

Ein kleines Mädchen mit hochgesteckten Zöpfen blickt empört und mit offenem Mund in die Kamera.
Bildlegende: «Äuä bin ig das gsi!» colourbox

Im allgemeinen Sinn hat «äuä» oder «allwäg» die Bedeutung von «völlig, unter allen Umständen». Räumlich meint es «überall, in jeder Richtung». Es kann auch «auf jede Art und Weise» bedeuten oder sich im zeitlichen Sinn auf früher beziehen: «Das isch allwäg eso gsii.»

In der zeitlichen Bedeutung für «immer, jeweils, manchmal» gebe es in den Mundarten viele verschiedene Formen, erklärt Markus Gasser und gibt ein paar Beispiele: «albe», «alme», «almig», «amigs», «albig», «aube», «ame» oder «alig». Alle Varianten leiten sich vom mittelhochdeutschen Wort «alwëc» oder «allwëgen» ab.

Der Ausruf «äuä» hat aber vor allem einen verstärkende, nachdrückliche Wirkung im Sinne von «sicher, auf jeden Fall». Das kann auch ironisch gemeint sein oder exakt das Gegenteil bedeuten.

Moderation: Joël Gilgen, Redaktion: Markus Gasser