Der Blick ins Gehirn – Alumit Ishai, Hirnforscherin

«Über Schönheit lässt sich streiten; was Bilder von Schönheiten im Gehirn auslösen, ist hingegen universell», sagt Alumit Ishai, Assistenzprofessorin für Kognitive Neurowissenschaften an der Universität Zürich.

Die in Israel geborene Neurobiologin benutzt Bilder von Gesichtern, Gemälde und Alltagsgegenstände, um zu ergründen, wie das menschliche Gehirn visuelle Informationen verarbeitet.

Alumit Ishai verwendet für ihre Untersuchungen die Methode der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRI) und hat dazu Zugang zu einem Tomografen am Universitätsspital Zürich. «Mit dieser Methode ist es endlich möglich geworden, dem normalen und aktiven Gehirn bei der Arbeit zuzuschauen», sagt Alumit Ishai.

Lange Zeit waren Wissenschaftler überzeugt, dass spezifische Areale im Gehirn für bestimmte Aufgaben zuständig sind. Jetzt zeigt sich immer mehr, dass dieses Kästchendenken falsch ist. So geschieht Gesichtserkennung nicht an einem genau definierten Ort in der Grosshirnrinde; vielmehr arbeiten mehrere Hirnareale zusammen. Erscheint beispielsweise ein Bild eines Filmstars, den die Versuchsperson mag, schaltet sich das Belohnungszentrum zu und liefert ebenfalls einen Wohlfühlbeitrag. «Das erklärt, warum Paparazzi immer Arbeit haben werden», schmunzelt Alumit Ishai.