An der Ski-WM 1989 in Vail

Die Alpine Ski-WM fand 1989 in Vail statt, im US-Bundesstaat Colorado. Mit 11 Medaillen war die Schweiz die erfolgreichste Nation, vor Österreich mit 6 und Deutschland mit 4 Medaillen. Fürs Schweizer Radio hat Peter Hotz damals in Vail Interessantes zum Ort und von den Ski Fans erfahren.

Nicht Abfahrerin sondern Slalom-Spezialisitin: Vreni Schneider fährt am 29. Januar 1989 an der Ski-WM in Vail im Kombinations-Slalom zum Sieg.
Bildlegende: Nicht Abfahrerin sondern Slalom-Spezialisitin: Vreni Schneider fährt am 29. Januar 1989 an der Ski-WM in Vail im Kombinations-Slalom zum Sieg. Keystone

Für den gesamten Weltmeisterschafts-Tross aus Fahrern, Offiziellen und Medienleuten wurden 2'000 Betten benötigt. Kein Grund zur Sorge für die Organisatoren, allein im bekannten Ski-Ort selber standen 20'000 Betten zur Verfügung, weitere gab es in den anderen sechs Ski-Stationen zwischen Breckenridge und Beaver Creek. Erstaunlich war nur, dass das Angebot an Betten in Vail zum ersten Mal seit 20 Jahren nicht ausgebucht war. Der damalige Tourismus-Direktor begründete dies mit den Befürchtungen vieler Stammgäste, dass es während der WM zu Einschränkungen bei Hotels, Restaurants und Transportanlagen kommen könnte.

In Vail wegen Sonne, Schnee und Pisten

Die Lücke durch fehlende Stammgäste konnten auch angereiste Ski-Fans nicht füllen. Nach Vail reiste man wegen des schönen Wetters, der Schnee-Sicherheit und den super Verhältnissen auf den Pisten, hat Peter Hotz bei einer Strassen-Umfrage erfahren. Von 50 befragten Personen bestätigte nur eine, dass sie wegen der Ski-WM nach Vail gereist sei. Es war eine junge Amerikanerin in voller Ski-Montur. Hinten auf ihrer Skijacke stand in grossen Buchstaben Team USA geschrieben. Auf die Frage, weshalb sie nach Vail gekommen sei, sagte sie «ich fahre da mit». Das war eine krasse Untertreibung, wie Peter Hotz bald darauf feststellte. Die junge Amerikanerin war nämlich niemand Geringeres als Tamara McKinney, die vier Tage später in der Kombination zum Weltmeister-Titel fuhr.

«Der Vreni Schneider ist ein guter Abfahrer»

Überraschendes bekam Peter Hotz auf seine zweite Frage zu hören: «Kennen Sie eine Schweizer Skirennfahrerin oder einen Schweizer Skirennfahrer?». Fast alle Passanten verneinten, bis auf einen. Der nannte Vreni Schneider mit der Ergänzung, dass der gut in der Abfahrt sei. Doppelt falsch gelegen. Vreni Schneider ist kein Er und auch als Sie keine Abfahrerin. In Vail hat Vreni Schneider drei Medaillen gewonnen: Gold im Riesen-Slalom, Silber im Slalom und ebenfalls Silber in der Kombination.

Autor/in: schb, Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Peter Hotz