Auf dem Dach der Meteorologischen Zentralanstalt Zürich 1946

Zum Frühlingsanfang unternehmen wir eine Wetterreise in die Vergangenheit. Sie führt uns zurück ins Jahr 1946 und aufs Dach der Meteorologischen Zentralanstalt Zürich. Arthur Welti hat sich «sinerzyt» von einem begeisterten Meteorologen die Funktion eines Wolkenrechens erklären lassen.

Die Geschwindigkeit des Wolkenzugs liefert dem Meteorologen wichtige Informationen zu den Höhenwinden.
Bildlegende: Die Geschwindigkeit des Wolkenzugs liefert dem Meteorologen wichtige Informationen zu den Höhenwinden. colourbox

Ein Wolkenrechen ähnelt einem Heurechen und besteht aus einem horizontalen Stab, auf dem in Abständen von 40 Zentimetern Spitzen angebracht sind. Er lässt sich um eine senkrechte Achse drehen und auf einen Wolkenpunkt ausrichten. Dann wird die Zeit zwischen den Durchgängen des Wolkenpunkts durch zwei aufeinanderfolgende Spitzen gemessen. Aus der gestoppten Zeit und dem Abstand der Spitzen lässt sich bei bekannter Wolkenhöhe aus einfachen geometrischen Beziehungen die Geschwindigkeit des Wolkenzuges berechnen.

Ein Geschenk der Natur

In der Reportage aus der Meteorologischen Zentralanstalt Zürich von 1946 unterstreicht der Meteorologe die Wichtigkeit solcher Beobachtungen als Ergänzung zu den Wetterkarten. «Wer selber an den Himmel schaut, profitiert mehr vom Wetterbericht und hat mehr Freude daran», meint er und schliesst mit den Worten: «Das Wetter ist eines der schönsten und lebendigsten Beobachtungsgegenständen, die uns die Natur gibt.»

Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Bea Schenk