«Dur d'Wuche dure»: Tante Pauli (1976)

Es gibt entzückende alte Leute, die die mögliche Angst vor dem Älterwerden verblassen lassen. Tante Pauli zum Beispiel: Sie ist immer zu Fuss in die Stadt gegangen, nicht etwa der Sportlichkeit wegen, sondern weil sie dadurch 30 Rappen sparen konnte.

Tante Pauli hatte unter anderem die liebenswerte Eigenart, auch künstliche Blumen regelmässig zu giessen.
Bildlegende: Tante Pauli hatte unter anderem die liebenswerte Eigenart, auch künstliche Blumen regelmässig zu giessen. colourbox

1976 hat Gret Moosbrugger in der Sendung «Dur d'Wuche dure» von Tante Pauli erzählt, die ihre Leben eindrücklich gestaltete. Mit Brille und Lupe hat sie täglich die Zeitung studiert. Sie war immer bestens orientiert über Häuser, Landpreise, freie Wohnungen oder die städtischen Zivilstandsnachrichten. Ihr Charme lag in der Lebendigkeit, mit der sie Anteil am Geschehen nahm und ihren Alltag bestritt.

Gret Moosbrugger sinniert dann auch allgemein über Grossmütter, über Vorstellungen, die man von ihnen hat. Zum Schluss zitiert sie eine Weisheit vom dänischen Philosophen Kierkegaard: «Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.»

Autor/in: Gret Moosbrugger