Gertrud Kurz und ihr Herz für Flüchtlinge

Als «Mutter Kurz» war Gertrud Kurz bis weit über die Schweizer Landesgrenze hinaus bekannt. «Flüchtlingsmutter Kurz» ist noch eindeutiger und verdeutlicht das Anliegen der gebürtigen Appenzellerin. Während des Zweiten Weltkriegs gründete sie in Bern ein Schweizer Flüchtlingshilfswerk.

Schwarz-Weiss Fotografie von Gertrud Kurz mit Hut und Mantel.
Bildlegende: Gertrud Kurz war mit dem Rektor des Progymnasiums Bern verheiratet. In ihrem Heim in Bern empfing sie Flüchtlinge oder erteilte telefonische Auskünfte bei Flüchtlingsfragen. Wikipedia

Gertrud Kurz (1890-1972) wurde in Lutzenberg AR geboren und wohnte nach ihrer Heirat in Bern, wo sie sich für sozial schwächere Menschen einsetzte. Ihr Haus in Bern wurde zur Anlaufstelle für Bettler und Landstreicher. Später schloss sie sich der internationalen Friedensbewegung der «Kreuzritter» an, aus der während des Zweiten Weltkriegs ihre eigene Flüchtlingshilfe hervorging. Die Flüchtlinge erhielten materielle Hilfe und fanden in Gertrud Kurz ein Sprachrohr bei Behördenvertretern. Im Umgang mit den Behörden argumentierte sie praxisbezogen und appellierte an die Menschlichkeit. Dank ihrer guten Kontakte verschaffte sie sich in breiten Kreisen Akzeptanz und Prestige.

Die Frau mit dem grossen Herzen für Flüchtlinge war 1969 als 79-Jährige zu Gast bei Roswitha Schmalenbach. «Flüchtlingsmutter Kurz» erzählte in der Sendung von ihrem Engagement für Menschen, die aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Gründen in die Schweiz flüchteten.

Moderation: Martin Wittwer, Redaktion: Christian Salzmann