Pfarrer Sieber und die Hells Angels

Randständige, Trinker, Süchtige, Einsame, Obdachlose: Pfarrer Ernst Sieber ist bekannt für seinen engagierten Einsatz für Menschen, die anders sind als die Mehrheit. Unvoreingenommen wie er ist, gewährte er 1970 auch den Hells Angels Obdach und organisierte mit dem Rockerclub ein Arbeitslager.

Ein Mann mit Bart und nachdenklichem Blick.
Bildlegende: Pfarrer Ernst Sieber 1971. Keystone

Am 24. Februar 2017 feiert Pfarrer Ernst Sieber den 90. Geburtstag. Eine Sendung von 1970 aus dem Radioarchiv liefert ein Beispiel für die Unvoreingenommenheit des Zürcher Obdachlosenpfarrers.

Als Mitglieder des Motorrad- und Rockerclubs Hells Angels Ende der 1960er-Jahre ihre Unterkunft verlieren, lässt sie Pfarrer Ernst Sieber im ersten Stock des Obdachlosenbunkers am Helvetiaplatz wohnen.

Dem braven Bürger sind die tätowierten Männer auf ihren schweren Motorrädern nicht geheuer. Doch Sieber sieht ihn ihnen einfach Menschen, die auch bereit sind anzupacken. In einem ersten Arbeitslager säubern sie eine Alpweide vom Schutt eines Wildbaches. Im darauffolgenden Jahr sorgen sie dafür, dass der Hof eines Bauern mit fliessend Wasser versorgt wird.

Moderation: Christian Salzmann, Redaktion: Bea Schenk