Der Sounds!-Buchtipp: eine Chronik der vorerst letzten grossen Blütezeit der Gitarrenmusik

In ihrem hervorragenden neuen Buch «Meet Me in the Bathroom: Rebirth and Rock and Roll in New York City 2001-2011» dokumentiert Musikjournalistin Lizzy Goodman das vorerst letzte Aufbäumen des Indie Rocks – und geht der Frage auf den Grund, wieso es ausgerechnet in New York stattgefunden hat.

Meet Me in the Bathroom
Bildlegende: Auf dem Cover: Karen O. von den Yeah Yeah Yeahs SRF

Durch über 200 Interviews mit Musikern und Zeitzeugen (u.a. The Strokes, Moby, Ryan Adams, Conor Oberst, James Murphy/LCD Soundsystem, Vampire Weekend, Mark Ronson, The National, The Kills, The Killers, Franz Ferdinand, Yeah Yeah Yeahs, Interpol, Sonic Youth, und und und) führt uns Goodman zurück zur Jahrtausendwende und detailliert die ersten Schritte von Bands wie The Strokes, Interpol und den Yeah Yeah Yeahs.

Ihre Chronik beginnt Ende der 90er-Jahre, als das Internet noch nicht die primäre Musik-Informationsquelle war, Social Media praktisch inexistent, und es einige wenige Partys und Tanzabende waren, welche der damals serbelnden und qualitativ am Boden liegenden Rockwelt (Stichwort: Nu-Metal) den nötigen Tritt in den Hintern gab. Anschliessend dokumentiert Goodman den Siegeszug von Blog-Lieblingen wie Vampire Weekend und mutmasst, wieso die Auflösung von LCD Soundsystem im Jahr 2011 wahrscheinlich der Schlusspunkt dieser Musikbewegung war.

«Meet Me in the Bathroom» ist eine äusserst kurzweilige Aufarbeitung einer spannenden Musikzeit mit vielen witzigen Anekdoten und definitiv eines der besten Musikbücher des Jahres. Uneingeschränkte Empfehlung unsererseits.

Lizzy Goodmans O-Töne aus der Sendung stammen aus dem Podcast «The Watch» von Andy Greenwald und Chris Ryan.

Gespielte Musik

Autor/in: Luca Bruno, Moderation: Luca Bruno, Redaktion: Matthias Erb & Luca Bruno