«sportlounge»: Das Leben nach dem Spitzensport

In der «sportlounge» diskutierten die Studiogäste über ihre Erfahrungen nach dem letzten Meilenstein als Spitzensportler, dem Rücktritt – über ihr «Leben nach dem Spitzensport».

Der Rücktritt ist einer der grossen Schritte im Leben von Spitzensportlern. Meist ein Schritt aus dem Rampenlicht, weg von breiter Wertschätzung, von ritualisierten emotionalen Extremen, von regelmässigen Adrenalin-Schüben – hinein in ein neues Leben, das es erst zu formen gilt. Die Suche nach neuen Strukturen im Alltag, neuen Aufgaben und einer neuen wirtschaftlichen Existenz bezeichnen viele Spitzensportler als eine sehr schwierige Lebensphase und ist häufig mit dem vielzitierten Fall in ein «Loch» verbunden.

Studiogäste:
Marco Büchel, der diesen Frühling vom Skisport zurückgetreten ist, hat den Abschied vom Spitzensport mit grösstem Respekt vor den Folgen so bewusst wie möglich geplant.
Patrick Fischer hat in der ersten Saison ohne Eishockey die Schwierigkeiten des Lebens nach dem Spitzensport am eigenen Leib erfahren und orientiert sich derzeit neu.
Anita Weyermann hat nach Verletzungssorgen und diversen Comeback-Versuchen 2008 definitiv den Rücktritt erklärt und sich sofort in neue Aktivitäten gestürzt, um den drohenden Fall ins Loch zu verhindern. Heute arbeitet sie als Radiojournalistin beim Lokalradio BeO.

Beiträge

  • Abschied vom Spitzensport

    «Momentan ist meine Gemütslage gut, beim Rücktritt war ich schon sehr traurig», sagt Marco Büchel. Um Abstand zu gewinnen, weilte der Liechtensteiner bis vor kurzem in den Ferien. Seine letzte Saison nutzte er, um den Sport nochmals richtig zu geniessen und Abschied zu nehmen. Bereits ein Jahr zuvor hatte sich Patrick Fischer vom Spitzensport verabschiedet: «Trotz laufendem Vertrag fehlte bei mir das innere Feuer», begründet der ehemalige NHL-Söldner seinen Rücktritt.

  • Die Ungewissheit danach

    Der Rücktritt bereitet vielen Sportlern Mühe, wie ein Beitrag mit vier weiteren früheren Spitzensportlern zeigt. Ihnen fehlen danach jene Tätigkeiten, die zuvor alltäglich für sie waren. Skirennfahrerin Sonja Nef vermisste unter anderem den Adrenalinkick während eines Rennens sowie die Trainings mit den Teamkolleginnen. Auch die Suche nach Anerkennung für erbrachte Leistungen ist ein wichtiger Motivationsfaktor für Spitzensportler. Das Rampenlicht könne süchtig machen, sagt Anita Weyermann. Marco Büchel bezeichnet sich sogar selbst als «Rampensau».

  • Neue Ziele stecken

    Marco Büchel glaubt, als Co-Kommentator beim ZDF einen guten Ort gefunden zu haben, wo er auch eine Form von Nervenkitzel erleben wird. Schon kurz nach ihrem Rücktritt hat Anita Weyermann eine neue Herausforderung als Radiomoderatorin gefunden – auch sie steht dadurch weiterhin in der Öffentlichkeit. Patrick Fischer hat sich entschieden, dem Eishockey etwas zurückzugeben und Trainer zu werden. Kürzlich hat er den ersten Kurs absolviert. Büchel kennt keinen ehemaligen Spitzensportler, der völlig abgestürzt ist.