«sportlounge»: Quantensprung in der Dopingbekämpfung

Die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin aller Zeiten, die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, wird definitiv gesperrt.

Erstmals hat das oberste Sportgericht in Lausanne eine Athletin verurteilt, die nie positiv auf Doping getestet worden ist, sondern «nur» ein auffälliges Blutbild aufwies.
Viele sagen: Das ist ein wichtiger Sieg für den Kampf gegen Doping. Die Chance, Doper überführen zu können, ist gestiegen.
 
Sind regelmässige Blutproben, zusammengefasst in einem Blutpass, der Durchbruch in der Dopingbekämpfung? Gibt’s bald nur noch saubere Athletinnen und Athleten?
 
Noch lauern Hindernisse: Blutpässe müssen in den meisten Verbänden erst eingeführt werden, Verurteilungen ohne Dopingnachweis lassen weiterhin viel Spielraum für juristische Interpretationen, und überall fehlt das Geld.

In der Sportlounge diskutierten:
Yorck Olaf Schumacher, Professor an der Universitätsklinik in Freiburg und Mitarbeiter im Anti-Doping-Labor Lausanne.
Corinne Schmidhauser, Juristin, Präsidentin von Antidoping Schweiz und ehemalige Spitzen-Skifahrerin.
Flori Lang, Spitzenschwimmer, seit kurzem mit Blutpass.

Beiträge

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    Garantiert der Blutpass «sauberen» Sport?

    Flori Lang zeigt sich begeistert vom Pilotprojekt «Clean Water» des Schweizerischen Schwimmverbandes. Er kann mit dem neuen Blutpass nicht nur eine Botschafterrolle im Kampf gegen Doping übernehmen, sondern er ist auch der Meinung, dass er bei Sponsoren Vorteile hat und ihm die Blutwerte in der Auswertung der Trainingseinheiten weiterhelfen können. Olaf Schumacher sieht den Blutpass als idealen Schutz für den Athleten, um den Generalverdacht des Dopingmissbrauchs von sich weisen zu können.

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    Wie weiter im Kampf gegen Doping?

    Für Olaf Schumacher ist die Einführung des Blutpasses und der Entscheid im «Fall Pechstein» wegweisend. Mit dem indirekten Beweis aus langfristigen Nachverfolgungen der Blutkontrollen haben Sportler viel geringere Chancen, beim Dopen nicht erwischt zu werden, ist sich Olaf Schumacher sicher. Dennoch fehlt in vielen Verbänden das nötige Geld und das Interesse an der Einführung des Blutpasses. Ein Beitrag zeigt auf, was verschiedene Schweizer Verbände in Sachen Blutpass bereits unternehmen – oder auch nicht.

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    Den Dopingsündern ein Bein stellen

    «Der saubere Sportler muss eine Chance haben», sagt Corinne Schmidhauser. Sie will den jungen Athleten die Perspektive bieten, sauberen Spitzensport zu betreiben. Über die zusätzliche Million, die Bundesbern kürzlich gesprochen hat, zeigt sich die Präsidentin von Antidoping Schweiz hoch erfreut. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln sollen im nächsten Jahr neben den bestehenden Urinproben rund 300 Blutkontrollen möglich werden.