Eselsgeschichten

Der Esel schleppt seit über 6000 Jahren Menschen, Güter und Wissen rund um den Globus. Er ist der älteste Kleintransporter der Welt. Trittsicher selbst in unwirtlichsten Gegenden erweist er der Menschheit noch heute unschätzbare Dienste. Dennoch wird er geringgeschätzt, vernachlässigt, gequält und missverstanden. Eine Hommage für ein verkanntes Tier.

Der Esel ist ein Rufer in der Wüste. Gehört wird er zwar, aber kaum verstanden. Denn Menschen- und Esellogik laufen einander oft zuwider. Der Esel ist ein Wüstentier und als solches darauf spezialisiert, ruhig zu stehen, wenn Gefahr naht und Verdorrtes zu fressen, wenn der Hunger nagt. Doch wird ihm seine Genügsamkeit als Dummheit und seine Vorsicht als Störrigkeit ausgelegt. So kommt es, dass das Grautier dem Menschen zwar seit 6000 Jahren unschätzbare Dienste erweist, gleichzeitig aber geringgeschätzt, vernachlässigt, gequält und verkannt wird wie kein anderes Nutztier. Die Kulturgeschichte des Esels sagt mehr aus über das Wesen des Menschen als über die Natur des Tiers.

Redaktion: Katharina Bochsler