Hörspiel «Léon und Louise» von Alex Capus, Teil 3

1941. Auch der Zweite Weltkrieg trennt Léon und Louise. Léon und seine Frau Yvonne leben im besetzten Paris, und schwanken zwischen Widerstand gegen die Nazis und Verantwortung für ihre Kinder. Louise ist im Senegal: Sie hat das Gold der Banque de France vor den Deutschen in Sicherheit gebracht.

Léon leistet passiven Widerstand gegen die Nazis. Die Strafe folgt auf dem Fuss und trifft seine kleine Tochter Muriel. Ab sofort duckt sich Léon unter das Nazi-Regime. Dafür gibts wöchentlich Mokka von seinem Vorgesetzen. Den Kaffee verkauft Léon für viel Geld, das er anonym unter seinen Bekannten verteilt. Ein Kollege muss fliehen und überlässt Léon sein Boot. Die «Fleur de Miel» wird Léon Zufluchtsort.

Von Louise kommen in grossen Abständen Briefe. Sie ist in Afrika, und bewacht am Ufer des Senegal-Flusses das französische Gold. Für Yvonne beginnt mit Kriegsende ein neues Leben. Die Kinder sind gross und aus dem Haus. Yvonne tut nichts mehr ausser essen und schlafen und in der Sonne sitzen.

Als Louise im Oktober 1945 nach Paris zurückkehrt, findet sie Léon auf seinem Boot. Langsam und mit Yvonnes Wissen setzen die beiden ihre vor langen Jahren unterbrochene Liebesgeschichte fort.

Mit: Burghart Klau?ner (Erzähler), Sigi Terpoorten (Leon Le Gall), Yvon Jansen (Louise Janvier), Susanne Marie Wrage (Yvonne Le Gall), Thomas Sarbacher (Martin, Clochard), Lorenz Nufer (Helmut Knochen), Kristian Krone (Vater Le Gall / Barthélemy), Julia Glaus (Mutter Le Gall), Jürg Plüss (Bürgermeister von Cherbourg), Isabel Schaerer (Madame Josianne), Heiner Hitz (Bürgermeister von Saint Luc), Jonas Rüegg (Sanitäter / Jules Caron, Lèons Kollege), sowie Michael Luisier, Päivi Stalder u.a.

Hörspielfassung: Margret Nonhoff und Lukas Holliger - Musik: Martin Bezzola - Technik: Ueli Karlen - Regie: Margret Nonhoff - Produktion: SRF 2014 - Dauer: 50'

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählungsband, dem seitdem Romane, Bücher mit Kurzgeschichten und Reportagen folgten. «Léon und Louise» erschien 2011 bei Hanser. Capus bettet sein bezauberndes Liebespaar in genau recherchierte Zeitläufe ein. Er stützt sich dabei auf die Lebensgeschichte seines Grossvaters, der wie Léon bei der Police Judiciaire in Paris arbeitete.

Martin Bezzola hat schon für viele SRF-Hörspiele Musik geschrieben. Für «Léon und Louise» hat er mit dem «Belenus» Streich-Quartett zusammengearbeitet. Entstanden sind atmosphärische Klänge, aber auch melodiöse, konkrete Stücke, die die Charaktere begleiten.