«Aus der Tiefe rufe ich»: Vokalwerke von Schütz und Strawinsky

Die «süssen Sünden» von Mozarts Kirchenmusik hätten ihn veranlasst, eine eigene Messe zu komponieren, meinte Igor Strawinsky.

Doch geschrieben hat Strawinsky dann nicht eine Mozart-Anleihe, sondern er liess sich noch von viel älterer Musik anregen: Von den mehrchörigen, für Venedig komponierten Werken Giovanni Gabrielis.

Vom damals hochmodernen Venezianer Gabrieli hatte sich im 17. Jahrhundert bereits Heinrich Schütz anstecken lassen auf seiner italienischen Bildungsreise: Venezianisch-klangprächtig kommen seine Psalmvertonungen daher.

Am diesjährigen Lucerne Festival war dieses Programm über die Jahrhunderte von Luzerner Nachwuchs-Profis zu hören, von Musikstudierenden der Hochschule.

Und im Anschluss bringen wir ein Mozart-Konzert von 1992 aus Berlin mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, der anfangs März verstorben ist.

Heinrich Schütz: «Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir». Psalm 130, SWV 25
Heinrich Schütz: «An den Wassern zu Babel». Psalm 137, SWV 37
Frank Martin: Passacaille für Orgel
Igor Strawinsky: Messe für gemischten Chor und zehn Bläser
Heinrich Schütz: «Der Herr ist mein Hirt». Psalm 23, SWV 33
Heinrich Schütz: «Wie lieblich sind deine Wohnungen». Psalm 84, SWV 29

Instrumentalisten der Hochschule Luzern – Musik (Einstudierung: Immanuel Richter)
Akademiechor Luzern
Ulrike Grosch, Leitung
Johannes Strobl, Orgel

Konzert vom 14. März 2016, KKL Luzern
(Lucerne Festival zu Ostern)

Im Anschluss zur Erinnerung an Nikolaus Harnoncourt (1929-2016):

Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 34 C-Dur KV 338
Wolfgang Amadeus Mozart: Per questa bella mano, Konzertarie für Bass KV 612
Wolfgang Amadeus Mozart: Thamos, König in Ägypten. Bühnenmusik KV 345

Radio-Sinfonieorchester Berlin
RIAS Kammerchor
Nikolaus Harnoncourt, Leitung
Eva Mei, Sopran
Elisabeth von Magnus, Mezzosopran
Scot Weir, Tenor
Gilles Cachemaille, Bass
Daniel Morgenroth, Sprecher

Konzert vom 19. Januar 1992, RSO Berlin

Redaktion: Elisabeth Baureithel